Die Gegenoffensive von Syriens Machthaber Baschar al-Assad zeigt Wirkung. Einheiten der vom Präsidentenbruder Maher al-Assad kommandierten 4. Division verjagten am Sonntag die Rebellen aus dem Stadtteil Barseh in Damaskus und töteten mehrere junge Männer.
Mindestens 20 Panzer und Hunderte Soldaten seien nach Barseh gekommen, sagte der oppositionelle Aktivist Abu Kais der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon. Streitkräfte seien ins Haus eines 26-Jährigen gegangen und hätten ihn hingerichtet. Bewohner hätten ihm von einem ähnlichen Vorfall berichtet. Die Tötung sei von einem Fernsehsender, der mit dem Regime kooperiere, gefilmt worden. Weitere vier junge Männer seien aus nächster Nähe erschossen worden, sagte Kais.
Barseh wird überwiegend von Sunniten bewohnt. Der Stadtteil hat sich beim Aufstand gegen Assad, der der alawitischen Minderheit angehört, besonders hervorgetan.
Die Elite-Division von Maher al-Assad gilt als wichtige Stütze der seit vier Jahrzehnten andauernden Herrschaft des Assad-Clans. Seit dem tödlichen Anschlag auf die Spitze des Sicherheitsapparats ist der 41-jährige Maher für seinen Bruder noch wichtiger geworden. Der Präsident hat seit dem gewaltsamen Tod des Verteidigungsministers, des Geheimdienstchefs, eines einflussreichen Generals und seines Schwagers nicht mehr öffentlich gesprochen.
