16.08.2009 · Fünf Tage nach seiner Verurteilung zu sieben Jahren Arbeitslager in Burma ist der Amerikaner John Yettaw aus der Haft entlassen worden. In Begleitung des amerikanischen Senators Jim Webb verließ er das Land in Richtung Bangkok. Webb konnte überraschend auch Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi treffen.
Der in Burma verurteilte Amerikaner John Yettaw hat am Sonntag das Land verlassen. In Begleitung des amerikanischen Senators Jim Webb verließ er das Land in Richtung Bangkok.
Webb, der sich für die Freilassung Yettaws eingesetzt hatte, war am Samstag überraschend auch mit der burmesischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammengetroffen. Die Friedensnobelpreisträgerin, deren Hausarrest erst am Dienstag um 18 weitere Monate verlängert worden war, wurde nach Angaben von Augenzeugen von einer Polizei-Eskorte begleitet in ein Regierungsgebäude in Rangun gebracht. Demnach hatte kurz vorher auch Webb dieses Haus betreten. Er war zuvor mit dem Chef der Militärregierung, General Than Shwe, zu einem Gespräch zusammengekommen.
Erstes Treffen mit Than Shwe
Webb ist der erste ranghohe Vertreter der Vereinigten Staaten, der Than Shwe getroffen hat. Bereits am Freitag hatte er mit Regierungschef Thein Sein gesprochen. Webb gilt als Vertrauter von Präsident Barack Obama. Die Vereinigten Staaten versuchen Burma seit Jahren mit Sanktionen zu einer Demokratisierung zu zwingen und fordern die Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi.
Das Treffen mit Than Shwe war die erste Begegnung eines amerikanischen Politikers mit dem Juntachef seit dessen Machtübernahme im Jahr 1992. Hauptthema dürfte das Gerichtsverfahren gegen Suu Kyi und John Yettaw gewesen ein. Das Urteil war von Washington und anderen westlichen Regierungen scharf kritisiert worden. Der 53 Jahre alte, zu sieben Jahren Arbeitslager verurteilte Mormonenprediger John Yettaw war Anfang Mai durch einen See zu Suu Kyis Haus geschwommen und hatte dem Militärregime damit den Anlass geliefert, die Oppositionsführerin wegen Verstoßes gegen Auflagen ihres Hausarrestes vor Gericht zu stellen.
Thailand: Asean-Staaten sollen um Begnadigung bitten
Aus Thailand verlautete unterdessen, das Land wolle die Staaten des Asean-Bundes dazu bewegen, Burma um eine Begnadigung Suu Kyis zu bitten. Der thailändische Außenminister Kasit Piromya sagte, er habe einen entsprechenden Brief an die anderen Mitgliedsländer geschickt. „Wir brauchen einen Konsens“, sagte er.
Thailand hat derzeit den Asean-Vorsitz inne. Zu der Vereinigung gehören neben Burma und Thailand auch Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, die Philippinen, Singapur und Vietnam. Die zehn Staaten hatten sich nach der Verurteilung der 64 Jahre alten Friedensnobelpreisträgerin zu weiteren 18 Monaten Hausarrest recht zurückhaltend geäußert. Westliche Kritiker werfen der Militärregierung vor, Suu Kyi bis zu den anstehenden Wahlen aus dem Verkehr ziehen zu wollen.
Der demokratische Senator und Vorsitzende des Ausschusses für Ostasien und den Pazifik-Raum Jim Webb war am Freitag in Burma angekommen. Das Ziel des Besuchs blieb zunächst unklar. Webbs Büro teilte mit, der Senator werde zwei Wochen lang fünf Staaten in der Region besuchen, um „Möglichkeiten zur Förderung amerikanischer Interessen in der Region auszuloten“.
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heinz peter (pitiplatsch)
- 15.08.2009, 22:39 Uhr