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Urteil verschärft : 25 Jahre Gefängnis für Südkoreas ehemalige Präsidentin

  • Aktualisiert am

Park Geun-hye wird vor einem Jahr zu ihrem Prozess geführt. Bild: AFP

Tiefer als Park Geun-hye kann man kaum fallen: Vor anderthalb Jahren noch Präsidentin, heute mehrfach verurteilt wegen Korruptionsvergehen. Jetzt verlängerte ein Gericht noch die Haftstrafe.

          Ein Berufungsgericht in Seoul hat am Freitag die Gefängnisstrafe von Südkoreas ehemaliger Präsidentin Park Geun-hye im Rahmen des größten Korruptionsskandals in der jüngeren Geschichte des Landes auf 25 Jahre Haft erhöht. Zudem muss Park eine Geldstrafe von umgerechnet rund 15 Millionen Euro (20 Milliarden Won) zahlen, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

          Park war während ihrer 2013 begonnenen Amtszeit in einen massiven Korruptionsskandal verwickelt, der schließlich im März 2017 zu ihrer Amtsenthebung führte. Gemeinsam mit ihrer langjährigen Vertrauten Choi Soon-sil hat Park während ihrer Amtszeit mehrere koreanische Unternehmen zu scheinbaren Spendengeldern in Höhe von 60 Millionen Euro (77,4 Milliarden Won) gedrängt. Diese flossen an zwei dubiose Stiftungen, die unter Kontrolle von Choi standen.

          Das Berufungsgericht hat die erhöhte Strafe damit begründet, dass Park weitaus mehr Bestechungsgelder erhalten habe, als ursprünglich angenommen. Ihr bleibt nun eine Woche, um in Berufung zu gehen.

          Prozess boykottiert

          Die 66 Jahre alte Politikerin ist der Urteilsverkündung ferngeblieben. Bereits von Beginn an hat sie den Prozess boykottiert, da dieser laut eigener Aussage politisch motiviert sei.

          Insgesamt drohen Park damit nun 33 Jahre Haft, da sie im Juli dieses Jahres in einem weiteren Prozess zu zusätzlich acht Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Das Bezirksgericht in Seoul befand sie für schuldig, Schmiergelder vom damaligen Geheimdienstchef angenommen und gegen das südkoreanische Wahlrecht verstoßen zu haben.

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