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Südamerika Uribe schafft Wiederwahl in Kolumbien

29.05.2006 ·  In einem zunehmend von linken Präsidenten regierten Südamerika ist er der letzte Verbündete der Vereinigten Staaten: Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe ist mit großem Vorsprung im Amt bestätigt worden.

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Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe (53) hat bei der Präsidentenwahl am Sonntag mit 62,21 Prozent der Stimmen einen haushohen Sieg erzielt. Nach einer von ihm betriebenen Verfassungsänderung ist Uribe damit nach 120 Jahren der erste Präsident des südamerikanischen Landes, der wiedergewählt wurde.

Als Uribes Hauptaufgabe für die zweite Amtszeit bis 2010 gilt ein Friedensschluß mit der größten Rebellengruppe des Landes, den marxistischen „Revolutionären Streitkräften Kolumbiens“ (Farc). Auf Platz zwei kam der Mitte-Links-Kandidat Carlos Gaviria mit 22,03 Prozent der Stimmen, teilte die zentrale Wahlkommission nach Auszählung von 99,74 Prozent der Wahlzettel mit.

Auch die Linke ist zufrieden

Die Linke erzielte damit das beste Ergebnis in der Geschichte des Landes. Allein dies sei ein Triumph, sagte Gaviria vor Anhängern. Jetzt komme es darauf an, die Linke zu stärken. Abgeschlagen auf Platz drei landete mit 11,83 Prozent Horacio Serpa von der traditionellen Liberalen Partei. Beide gratulierten Uribe und kündigten eine konstruktive Opposition an. Für einen Sieg in der ersten Runde reichte eine Mehrheit von 50 Prozent plus eine Stimme.

Der im Amt bestätigte Staatschef versprach, sich für eine „Nation ohne Ausgegrenzte“ und mit mehr sozialer Gerechtigkeit einzusetzen. Uribe ist in einem zunehmend von linken Präsidenten regierten Südamerika der einzige Verbündete der Vereinigten Staaten und führt den Kampf gegen die Rebellen und gegen den Drogenschmuggel mit Hilfe milliardenschwerer amerikanischer Militärhilfe.

35 Wahlhelfer entführt

Uribe steht in dem von einem jahrzehntelangen bürgerkriegsähnlichen Konflikt zerrissenen Land für eine Politik der harten Hand im Kampf mit den linken Rebellen. Ansehen genießt er auch wegen der boomenden Wirtschaft und wegen seines Rufs als kompetenter und unbestechlicher Politiker. Gaviria hingegen hatte sich für einen entschiedenen Kampf gegen die Armut und damit die aus seiner Sicht wichtigste Ursache für die seit mehr als 40 Jahren andauernde politische Gewalt eingesetzt.

Trotz des Einsatzes von landesweit 220.000 Soldaten und Polizisten entführten linke FARC-Rebellen in der Provinz Chocó in der Nähe der Grenze zu Panama am Wahltag nach neuen Angaben insgesamt 35 Wahlhelfer. Bisher gebe es kein Lebenszeichen von ihnen, sagte der Gouverneur Julio Ibargüen. Bei Kämpfen mit Rebellen starben seit Samstag abend nach Angaben des Militärs zwölf Farc-Rebellen und drei Soldaten. Die Polizei entschärfte nach eigenen Angaben in verschiedenen Landesteilen mehrere Sprengsätze.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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