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Südamerika-Reise Westerwelle übergibt Hilfsgüter an Chile

08.03.2010 ·  Außenminister Westerwelle hat Hilfsgüter für die Erdbebenopfer mit der Regierungsmaschine nach Chile gebracht. Zusätzlich versprach er eine Finanzhilfe von insgesamt 630.000 Euro. Nach seinem dreistündigen Aufenthalt reiste Westerwelle weiter nach Argentinien.

Von Josef Oehrlein, Buenos Aires
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Außenminister Westerwelle (FDP) hat sich in das Defilee der ausländischen Politiker eingereiht, die nach dem schweren Erdbeben in Chile persönlich Hilfsgüter übergeben und der Regierung des von der Naturkatastrophe schwer heimgesuchten Landes Anteilnahme und Solidarität zusicherten. Die Reise nach Santiago war zwar in letzter Minute improvisiert worden, aber sie verlangte keinen großen organisatorischen Aufwand, weil der Minister ohnehin an diesem Wochenende nach Südamerika reisen wollte, wenn auch als erste Station Buenos Aires eingeplant war.

Westerwelle ließ nach der Ankunft in dem vom Erdbeben stark beschädigten, nur provisorisch wiederhergerichteten Flughafen von Santiago Zelte, Decken, Wasserbehälter, einen Stromgenerator und andere im Katastrophengebiet benötigte Güter aus der Regierungsmaschine ausladen. Symbolisch wurden zunächst ein Zelt und 50.000 Euro an das chilenische Rote Kreuz übergeben. Der Außenminister versprach eine Finanzhilfe von insgesamt 630.000 Euro. Von dem Geld sollen insbesondere Notbehausungen angeschafft und zerstörte Kulturgüter wiederaufgebaut werden. Im Regierungsflugzeug waren auch vier Fachkräfte des Technischen Hilfswerks mitgereist, die in der Katastrophenzone prüfen sollen, welche Gebäude und Einrichtungen noch benutzt werden können.

Kontakte mit Regierungspartei geknüpft

Präsidentin Michelle Bachelet empfing Westerwelle nicht. Dafür traf er deren Nachfolger, den Milliardär Sebastián Piñera, in dessen Residenz. Piñera, der das Präsidentenamt an diesem Donnerstag übernimmt, versprach Westerwelle, sich für einen ständigen Sitz der Bundesrepublik im UN-Sicherheitsrat einzusetzen. Westerwelle besuchte außerdem Carlos Larraín, den Vorsitzenden der Regierungspartei „Nationale Erneuerung“ (RN), der auch Piñera angehörte. Zwischen RN und FDP könnten sich nach Meinung von Beobachtern künftig engere Verbindungen anbahnen.

Etwas weniger glatt als das Treffen mit Piñera verlief die Begegnung Westerwelles mit dem chilenischen Außenminister Mariano Fernández, der sich bemühte, die Gäste auf Deutsch zu begrüßen. Westerwelle forderte ihn auf, auf Englisch weiter zu sprechen. Auf Spanisch dankte Fernández später für die deutsche Hilfe und wies darauf hin, dass die ohnehin starken historischen Bande zwischen beiden Ländern in der Demokratie durch enge politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen ausgebaut worden seien. Dabei wäre Fernández fast Opfer eines Versprechers geworden, als er „Demokratische Republik Deutschland“ sagen wollte, sich aber sogleich korrigierte. Westerwelle ist nach seinem dreistündigen Aufenthalt in Chile nach Argentinien weitergereist, er wird außerdem Uruguay und Brasilien besuchen.

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