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Korruption in Afrika : Auch Phantombeamte wollen bezahlt werden

  • Aktualisiert am

Morgendlicher Verkehr in Bissau, der Hauptstadt des Landes Guinea-Bissau. Bild: dpa

Bei der UN-Vollversammlung prangert Südafrikas Präsident Korruption in Afrika an. Ein Beispiel aus dem Westen des Kontinents zeigt, was passieren kann, wenn der Staatshaushalt zum Selbstbedienungsladen wird.

          Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma hat vor den Vereinten Nationen Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung in Afrika angeprangert. „Das untergräbt die Integrität des globalen Finanzsystems, die effiziente Eintreibung von Steuern und die gerechte Umverteilung von Ressourcen“, sagte Zuma am Mittwoch bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Internationale Konzerne seien daran beteiligt, sagte Zuma weiter und forderte die Vereinten Nationen auf, sich dagegen einzusetzen.

          Zuma selbst werden in Südafrika allerdings Korruption und Machtmissbrauch vorgeworfen. Vor wenigen Wochen erst setzte die Opposition ein Misstrauensvotum gegen ihn an, das der Präsident aber überstand.

          Kleinstaat vermisst ein Drittel der Beamten

          Ein aktuelles Beispiel für Korruptionsprobleme liefert der westafrikanische Kleinstaat Guinea-Bissau. Dort ist möglicherweise ein Drittel der staatlich besoldeten Beamten gar nicht existent. Eine Prüfung der 13.000 staatlichen Gehaltsempfänger habe ergeben, dass 4000 von ihnen gar nicht existierten oder jedenfalls keine Mitarbeiter der Verwaltung seien, sagte Finanzminister Ahaji Joao Amadu Fadia vergangenen Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Wegen Betrugsverdachts seien die Lohnzahlungen eingestellt worden, „bis wir Klarheit haben“.

          Beobachter vermuten ein weit verzweigtes Korruptionsgeflecht, mit dem die Täter unrechtmäßig staatliche Lohnzahlungen abkassieren. Hinter den nicht existenten Phantombeamten steckten oft „hohe Regierungsmitarbeiter“, die sich dadurch zusätzliche Einnahmen erschlichen, sagte der frühere guinea-bissauische Finanzminister Gino Mendes.

          Es komme auch vor, dass Hinterbliebene von verstorbenen Beamten weiter das Gehalt bezögen. Nach jedem Regierungswechsel lasse es die neue herrschende Partei zu, dass einige ihrer Anhänger auf staatliche Gehaltslisten gesetzt würden.

          Die frühere portugiesische Kolonie Guinea-Bissau gilt als sehr korrupt, das Land ist eines der ärmsten der Erde. Die politische und wirtschaftliche Lage in dem 1,6-Millionen-Einwohner-Land ist chronisch instabil.

          Quelle: AFP/dpa

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