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Südafrika Abspaltung des ANC beschlossen

02.11.2008 ·  Die südafrikanische Regierungspartei ANC steht kurz vor der Spaltung. Mehr als 5000 Parteimitglieder haben in Johannesburg die Gründung einer neuen Partei beschlossen. Treibende Kraft ist der frühere Verteidigungsminister Lekota.

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Ein halbes Jahr vor der geplanten Neuwahl in Südafrika spaltet sich die Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC). Knapp 5000 Mitglieder der ältesten afrikanischen Befreiungsbewegung haben am Samstagabend die Gründung einer neuen Partei beschlossen. Sie soll am 16. Dezember in Bloemfontein offiziell vollzogen werden.

Per Akklamation wurde ein Parteistatut angenommen, das sich zu den verfassungsmäßig verankerten demokratischen Idealen bekennt und ein versöhnliches Miteinander der Menschen betont. Zugleich enthält es die Forderung nach einer Stärkung der Zivilgesellschaft und einer Überarbeitung des Wahlsystems, das bisher nur eine indirekte Bestimmung des Präsidenten und anderer ranghoher Staatsdiener vorsieht. Ein Name für die neue Partei ormation soll in den kommenden Tagen gefunden werden.

Zuma: „Giftige Mischung“

Vertreter von Oppositionsparteien betonten in der Versammlung ihre Koalitionsbereitschaft für die Zeit nach der Wahl. An dem Treffen nahmen auch zahlreiche Vertreter der schwarzen Mittelschicht teil. Mehrere Redner hatten auf dem Gründungskongress kritisiert, dass sich der ANC von den Werten entfernt habe, für die er einst stand. Der ANC-Vorsitzende Jacob Zuma kritisierte die Parteiabtrünnigen als „giftige Mischung“. Sein Stellvertreter, Präsident Kgalema Motlanthe, drückte dagegen die Hoffnung aus, die abgespaltene Fraktion wieder in die Reihen des ANC zu integrieren.

Der knapp 100 Jahre alte ANC wird derzeit von einem Machtkampf zwischen den Anhängern des Parteivorsitzenden Zuma und dem früheren ANC-Vorsitzenden und ehemaligen Präsidenten Thabo Mbeki zerrüttet. Der ANC-Vorstand hatte im September Mbekis Rücktritt als Präsident veranlasst.

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