Angesichts der Luftangriffe gegen Südsudan hat dessen Präsident Salva Kiir dem benachbarten Sudan vorgeworfen, Krieg gegen sein Land zu führen. „Unser Nachbar Khartum hat der Republik Südsudan den Krieg erklärt“, sagte Kiir während eines Treffens mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao am Dienstag in Peking. Die Lage sei „kritisch“. Von der Afrikanischen Union vermittelte Gespräche wurden zuletzt ergebnislos abgebrochen.
Während seines fünftägigen Besuchs in China will Kiir um Unterstützung für den Bau einer neuen Ölpipeline werben. Damit soll die Abhängigkeit seines Landes beim Transport des Öls vom Sudan verringert werden. In den vergangenen Monaten verschärfte sich der Konflikt zwischen Südsudan und Sudan über die Aufteilung der Einnahmen aus dem Ölexport und die Grenzziehung zusehends.
„Abermals Bomben abgeworfen“
Bei sudanesischen Luftangriffen kamen am Montag in Südsudan unterdessen mindestens zwei Menschen ums Leben. Der sudanesische Präsident Omar al Baschir hat angekündigt, die militärischen Aktionen solange fortzusetzen, bis alle mit Südsudan verbündeten Kräfte aus dem Norden vertrieben seien.
Am Dienstag teilte ein südsudanesischer Militärsprecher mit, in der Nacht hätten sudanesische Kampfflugzeuge abermals acht Bomben in der Region Panakuac abgeworfen.
Sudan büßte mit der Unabhängigkeit des Südens im Juli 2011 drei Viertel seiner Ölreserven ein. Die Kämpfe um das Ölfeld Heglig an der teilweise noch nicht festgelegten Grenze waren zuletzt besonders heftig. Die sudanesische Luftwaffe flog am Montag Angriffe, obwohl sich die südsudanesische Armee zuvor von dem umstrittenen Ölfeld zurückgezogen hatte.
