Nach Angaben der Vereinten Nationen hat Sudan seine Truppen aus der umkämpften Region Abyei im Süden des Landes abgezogen. Das ölreiche Gebiet steht seit Dienstagabend wieder unter Kontrolle einer internationalen Truppen. Der Abzug geht auf die Gespräche zwischen dem seit Juli 2011 unabhängigen Südsudan und Sudan zurück, die beide das Gebiet beanspruchen. Die Region wird zu gleichen Teilen von Ethnien bewohnt, die sich Khartum oder Juba zugehörig fühlen. Wie der britische Sender BBC berichtete, vervielfachte sich mit dem Rückzug der sudanesischen Soldaten jedoch die Anzahl der sudanesischen Polizisten in Abyei. Es gilt als möglich, dass Soldaten lediglich ihre Uniformen gewechselt haben könnten, um in der Region zu bleiben. Die südsudanesische Seite beschuldigt Sudan, in den vergangenen Tagen abermals Orte in der Grenzregion bombardiert zu haben. In den vergangenen Wochen war es wiederholt zu militärischen Zusammenstößen zwischen den beiden Nachbarstaaten gekommen.
Im April hatten Auseinandersetzungen um die Heglig-Ölfelder nahe Abyei die beiden Staaten an den Rand eines Krieges gebracht. Truppen aus dem Süden hatten das Gebiet eine Woche lang besetzt, bis es von den Truppen des sudanesischen Präsidenten Omar al Baschir zurückerobert wurde. Bei den derzeit in Äthiopien stattfindenden Gesprächen sollen außerdem Lösungen im Streit um die Öleinnahmen und über die Situation der etwa 500.000 Südsudanesen, die noch in Sudan leben, gefunden werden. 75 Prozent der Ölvorkommen liegen auf dem Gebiet Südsudans, die einzige Pipeline verläuft aber durch den Norden.
