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Anschlag in Stockholm : Tatverdächtiger ist IS-Sympathisant – und sollte abgeschoben werden

  • Aktualisiert am

Shopping unter Polizeischutz: Patrouille in der Stockholmer Innenstadt am Sonntag Bild: AFP

Die schwedische Polizei hat Details zum tatverdächtigen Usbeken preisgegeben. Außerdem sind die Todesopfer des Anschlags von Stockholm identifiziert. Und das Kaufhaus, in das der Lkw gefahren war, bleibt heute doch geschlossen – nach Protesten.

          Der nach dem Lkw-Anschlag in Stockholm festgenommene Usbeke hat nach Angaben der Ermittler Sympathien für die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) geäußert. „Wir wissen, dass er Sympathien für extreme Organisationen gezeigt hat, unter ihnen der IS“, sagte Polizeisprecher Jonas Hysing am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Der Festgenommene habe im Jahr 2014 eine Aufenthaltsgenehmigung in Schweden beantragt, doch habe die Migrationsbehörde im Juni 2016 entschieden, ihn auszuweisen. Da er das Land nicht verlassen habe, hätten die Behörden ihn gesucht.

          Die Polizei sucht weiterhin nach möglichen Helfern des Attentäters. „Ungefähr fünf“ Personen halte man derzeit fest, sagte Polizeisprecher Jan Evensson. Etwa 500 Menschen seien befragt worden. Die Polizei hat nach eigenen Angaben jedoch keine konkreten Hinweise auf weitere bevorstehende Anschläge.

          Todesopfer identifiziert

          Mittlerweile haben die Ermittler die Todesopfer des Anschlags vom Freitag identifiziert. Zwei von ihnen stammen aus Schweden, eines aus Großbritannien. Das vierte Todesopfer ist eine Belgierin, wie der belgische Außenminister Didier Reynders mitteilte.

          Ein Meer von Blumen am Platz Sergels Torg im Zentrum von Stockholm
          Ein Meer von Blumen am Platz Sergels Torg im Zentrum von Stockholm : Bild: AP

          Am Freitag war in Stockholm ein Lastwagen in eine Menschenmenge und ein Kaufhaus gerast. Die Ermittler halten den 39 Jahre alten Usbeken für den Täter. Der Mann steht unter Terrorverdacht. Insgesamt haben die Ermittler nun sieben Personen befragt, wie die Polizei mitteilte. Am Morgen durchsuchten Beamte ein Anwesen in Sollentuna, nördlich von Stockholm. „Wir waren seit Freitag an verschiedenen Adressen in ganz Stockholm“, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Ich kann aber nicht bestätigen, dass die Durchsuchungen in Zusammenhang mit der Tat am Freitag stehen.“

          Das Kaufhaus, in das der Lkw am Freitag gefahren war, blieb am Sonntag nun doch geschlossen. Noch am Samstagabend hatte „Åhléns City“ erklärt, Teile des Hauses am Sonntag wieder zu öffnen. Mit der Ankündigung, durch Rauch beschädigte Waren zum halben Preis zu verkaufen, hatte das Kaufhaus aber heftige Kritik im Netz auf sich gezogen. Facebook-Nutzer nannten die Pläne geschmacklos. Deshalb zog Åhléns die Ankündigung am Sonntag zurück und will nun erst am Montag wieder öffnen. „Wir standen unter Druck und haben in einer Situation zu schnell reagiert, die für uns alle schrecklich und unwirklich ist“, schrieb das Kaufhaus in einer Mail an seine Kunden. „Es ging nie darum, Geld mit dem äußerst tragischen Ereignis, das Stockholm getroffen hat, zu verdienen.“

          Bild: FAZ.NET, Google, AFP

          Der tatverdächtige Usbeke war am Samstag zum ersten Mal verhört worden. „Die Umstände weisen auf eine Absicht hin, unserer Bevölkerung zu schaden und für Angst und Schrecken zu sorgen“, sagte Staatsanwalt Hans Ihrman danach. Der Verdächtige war dem Inlandsgeheimdienst Säpo bekannt. Sein Name sei in der Vergangenheit bei Ermittlungen aufgetaucht, sagte Geheimdienstdirektor Anders Thornberg. Er soll aber aktuell nicht im Fokus der Behörden gestanden haben.

          Eine angebliche Bekannte bezeichnete den Tatverdächtigen als „ganz normalen Arbeiter“. Er sei „kein religiöser Fanatiker“, sagte die Frau der schwedischen Tageszeitung „Dagens Nyheter“. Demnach soll der er im Baugewerbe gearbeitet haben. Seine Frau und Kinder hätten nicht in Schweden gelebt. „Ich habe nie irgendwelche Anzeichen gesehen, dass er ein Extremist war oder sich für Religion interessierte. Im Gegenteil, wie viele Usbeken in Schweden hat er gefeiert und Alkohol getrunken.“

          Schwedens König Carl XVI. Gustaf hatte den Lkw-Anschlag am Samstagnachmittag als „verachtenswürdig“ verurteilt. Doch gebe ihm Hoffnung, „dass all diejenigen unter uns, die helfen wollen, viel zahlreicher sind als diejenigen, die uns schaden wollen“, sagte der Monarch vor dem Königspalast in Stockholm. Zudem lobte er Polizei und Rettungsdienste für ihre „tolle Arbeit“. Carl Gustaf und seine Frau, Königin Silvia, hatten nach dem Vorfall eine Brasilien-Reise abgebrochen und waren nach Schweden zurückgekehrt.

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