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Nach Stockholm-Attentat : Ermittler finden unbekannten Apparat im Lastwagen

  • Aktualisiert am

Ein Forensiker sucht am Samstag in der Innenstadt von Stockholm rund um den Tatort nach möglichen Spuren. Bild: AP

Nach dem Anschlag in Stockholm hat die Polizei in dem Lastwagen etwas entdeckt, „das dort nicht sein sollte“. Ob es sich um Sprengstoff handelt, ist noch unklar. Fest steht nun jedoch die Identität des mutmaßlichen Täters.

          Nach dem Anschlag mit einem Lastwagen in der Innenstadt von Stockholm hat die Polizei auf dem Fahrersitz des Kleinlasters etwas gefunden, „das dort nicht hingehörte“. Das sagte Reichspolizeichef Dan Eliasson bei einer Pressekonferenz am Samstagmittag. Man wisse aber noch nicht, ob es sich bei dem Fund um Sprengstoff handele. Das solle eine Untersuchung des „technischen Geräts“ klären, so Eliasson. Zuvor hatten mehrere schwedische Medien berichtet, dass in dem Lastwagen Sprengstoff gefunden worden sei. Diese Nachricht hatte die Polizei weder bestätigt noch dementiert.

          Darüber hinaus bestätigten die schwedischen Behörden am Samstag Medienberichte, denen zufolge der nach dem Attentat festgenommene mutmaßliche Täter ein 39 Jahre alter Usbeke ist. Die Sicherheitspolizei habe im vergangenen Jahr Informationen über den Verdächtigen gehabt, die sich aber nicht hätten bestätigen lassen. „Wir konnten keine Verbindungen zu extremistischen Milieus bestätigen“, sagte Anders Thornberg von der schwedischen Sicherheitspolizei. Der Mann steht unter Terror- und Mordverdacht. Eine zweite Festnahme im Zusammenhang mit dem Attentat, über die zuvor in schwedischen Medien berichtet wurde, bestätigte die Polizei indes nicht.

          „Ein ganz normaler Arbeiter“

          Unterdessen hat sich eine angebliche Bekannte des Tatverdächtigen zu Wort gemeldet und ihn als „ganz normalen Arbeiter“ bezeichnet. Er sei „kein religiöser Fanatiker“, sagte die Frau der schwedischen Tageszeitung „Dagens Nyheter“. Demnach soll der er im Baugewerbe gearbeitet haben. Seine Frau und Kinder hätten nicht in Schweden gelebt. „Ich habe nie irgendwelche Anzeichen gesehen, dass er ein Extremist war oder sich für Religion interessierte. Im Gegenteil, wie viele Usbeken in Schweden hat er gefeiert und Alkohol getrunken.“

          Das Motiv des inhaftierten Mannes ist den Ermittlern noch immer unbekannt. Derzeit untersuchen sie sein Handy und seine Profile in sozialen Netzwerken. „Wir kennen seine Absichten nicht“, sagte Eliasson. Untersucht werde auch, ob er aus Sympathie für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gehandelt habe.

          Terror in Schweden : Polizei nimmt Verdächtigen fest

          Die Polizei in Stockholm schließt zudem nicht aus, dass an dem Attentat mehrere Täter beteiligt waren. Eliasson zeigte sich aber zuversichtlich, dass der festgenommen Usbeke jener Mann ist, der den Lastwagen in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus gesteuert hat. „Nichts deutet darauf hin, dass wir die falsche Person haben“, sagte Eliasson. Es gebe genügend Verdachtsmomente, um den Mann festzuhalten.

          Der Verdächtige war festgenommen worden, nachdem ein Lastwagen in der Stockholmer Innenstadt in eine Menschenmenge und dann in ein Kaufhaus gefahren war. Er soll dabei Verbrennungen erlitten haben. Vier Menschen wurden bei dem Anschlag getötet, sie sind angeblich noch nicht identifiziert. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden gab es außerdem 15 Verletzte, von denen acht noch immer im Krankenhaus behandelt werden.

          Der Lastwagen wurde in der Nacht zur weiteren Spurensicherung vom Tatort entfernt. Er hinterließ ein riesiges Loch in der Wand des Kaufhauses, vor dem sich am Morgen Dutzende Menschen in Gedenken an die Opfer versammelten. An öffentlichen Gebäuden hingen die Flaggen auf Halbmast.

          Schweigeminute und Gedenkfeier am Montag

          In einer Stellungnahme am Samstagnachmittag hat Schwedens König Carl XVI. Gustaf den Anschlag als „verachtenswürdig“ verurteilt. Dennoch gebe es ihm Hoffnung, „dass all diejenigen unter uns, die helfen wollen, viel zahlreicher sind als diejenigen, die uns schaden wollen“, sagte der Monarch vor dem Königspalast in der Hauptstadt. Zudem lobte er Polizei und Rettungsdienste für ihre „tolle Arbeit“.

          Bild: FAZ.NET, Google, AFP

          Für die Opfer des Lkw-Anschlags soll es am Montagmittag eine Gedenkfeier und eine landesweite Schweigeminute geben. Das kündigte Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven am Samstag an, nachdem er einen Strauß roter Rosen in der Nähe des Tatorts niedergelegt hatte. „Heute ist ein Tag der Trauer“, sagte Löfven. Jetzt müssten die Schweden versuchen, ihre Wut in etwas Konstruktives zu verwandeln. „Wir sind eine offene, demokratische Gesellschaft, und das werden wir auch bleiben.“

          Quelle: FAZ.NET

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