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Wahlkampfhilfe aus Amerika : Steve Bannon will Rechtspopulisten in Europa gezielt stärken

  • Aktualisiert am

Donald Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon Anfang März bei einem Auftritt in Zürich Bild: Reuters

Trumps ehemaliger Chefstratege will eine Stiftung gründen, um europäische Rechtspopulisten zu unterstützen. „The Movement“ soll noch vor der EU-Wahl 2019 in Brüssel mit der Arbeit beginnen.

          Der frühere Chefstratege des amerikanischen Präsidenten Donald Trump will rechtzeitig vor der EU-Wahl eine Stiftung gründen, die rechtspopulistische Bewegungen in Europa stärkt. Die Organisation mit dem Namen „The Movement“ (Die Bewegung) werde ihren Hauptsitz in der EU-Hauptstadt Brüssel haben, berichtete das amerikanische Nachrichtenportal „The Daily Beast“ am Freitag unter Berufung auf Bannon. Vor der Europawahl im kommenden Jahr werde sie zehn Mitarbeiter einstellen.

          Die Organisation soll Rechtspopulisten in der EU, die nicht über einen großen Apparat verfügen, in Form von Umfragen, Analysen und Beratung unterstützen, wie es in dem Bericht heißt. Dabei orientiert sich Bannon nach eigenen Angaben an dem aus Ungarn stammenden amerikanischen Milliardär George Soros, dessen eher linksgerichtete Stiftung Open Society schon länger in Europa aktiv ist. „Soros ist brillant“, sagte Bannon „The Daily Beast“. „Er ist der Teufel, aber er ist brillant.“

          Medienberichten zufolge hatte sich Bannon während Trumps Großbritannien-Besuchs vor einer Woche in London aufgehalten. Dort habe Trumps früherer Vertrauter in einem Fünf-Sterne-Hotel Vertreter rechtsgerichteter Bewegungen in Europa empfangen. „Es war ein solcher Erfolg, dass wir anfangen werden, Personal zu rekrutieren“, kommentierte Bannon die Treffen.

          Italien als wichtigster Verbündeter

          Insbesondere das Regierungsbündnis in Italien aus der fremdenfeindlichen Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung ermutigt Bannon nach eigenen Angaben. „Italien ist das schlagende Herz der modernen Politik“, sagte er dem Nachrichtenportal. „Wenn das dort funktioniert, kann es überall Erfolg haben.“ Dank der rechtspopulistischen Bewegungen werde es in Europa „individuelle Nationalstaaten mit ihren eigenen Identitäten, ihren eigenen Grenzen“ geben.

          Der ultranationalistische Publizist Bannon war drei Monate vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2016 von Trump zu seinem Wahlkampfleiter ernannt worden. Nach Trumps Amtsantritt im Januar 2017 wurde Bannon Chefstratege im Weißen Haus, blieb aber nicht lange auf diesem Posten. Im August wurde er entlassen.

          Bannon kehrte daraufhin auf seine Chefposition bei dem rechtsgerichteten Internetportal „Breitbart News“ zurück. Auch diesen Job verlor er zu Jahresbeginn als Folge des Wirbels um ihm zugeschriebene Äußerungen in dem Enthüllungsbuch „Feuer und Zorn“ des Journalisten Michael Wolff.

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