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Veröffentlicht: 14.03.2017, 15:30 Uhr

Staatsanwälte ermitteln Verfahren gegen Fillon eingeleitet

Gegen den französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon ist ein Ermittlungsverfahren wegen der Veruntreuung von Staatsgeld eingeleitet worden. Das ist nicht die einzige schlechte Nachricht für den konservativen Politiker.

© Reuters Trübe Aussichten: François Fillon bei einem Wahlkampf-Auftritt

Wegen der Affäre um die Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau Penelope haben Untersuchungsrichter ein Ermittlungsverfahren gegen den französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon eingeleitet. Dem konservativen Politiker wird unter anderem eine Veruntreuung von Staatsgeld vorgeworfen, wie sein Anwalt Antonin Levy am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Zuvor war der 63 Jahre alte konservative Politiker vorgeladen worden. Fillon hält trotz der Vorwürfe an seiner Präsidentschaftskandidatur fest.

Zuvor waren neue Vorwürfe in der Affäre öffentlich geworden. Die beiden ältesten Kinder Fillons sollen Teile ihres Gehalts als parlamentarische Mitarbeiter an ihre Eltern weitergeleitet haben. Fillons Tochter Marie habe von den 46.000 Euro aus der Senatskasse, die sie als Assistentin ihres Vaters erhielt, rund 33.000 Euro auf das gemeinsame Konto ihrer Eltern überwiesen, berichtete die Tageszeitung „Le Parisien“ am Dienstag. Fillons Sohn Charles wiederum habe rund 30 Prozent seines Parlamentsgehalts an die Eltern überwiesen.

© AP, reuters Frankreichs Justiz eröffnet Verfahren gegen Fillon

Der Anwalt von Marie Fillon, Kiril Bougartchev, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP die Zahlenangaben über die Tochter des konservativen Präsidentschaftskandidaten. Marie Fillons Eltern hätten 2006 ihre Hochzeit bezahlt, sie habe das Geld zurückerstatten wollen. „Sie kann mit dem Geld, das sie verdient, machen was sie will“, sagte Bougartchev. François Fillons Anwalt Antonin Lévy sagte „Le Parisien“ mit Blick auf die Überweisungen des Sohns, er habe damit „Miete und Taschengeld“ zurückgezahlt.

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Fillon hatte Marie und Charles in seiner Zeit als Senator zwischen 2005 und 2007 als parlamentarische Mitarbeiter beschäftigt. Der angeschlagene Präsidentschaftskandidat hatte das im Zuge der Enthüllungen über eine mögliche Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau Penelope selbst eingestanden. Laut der investigativen Satirezeitung „Le Canard Enchaîné“ bekamen die beiden Kinder des Politikers in der Zeit zusammengerechnet knapp 84.000 Euro. Wie bei Penelope Fillon sind Zweifel über ihre tatsächliche Arbeit aufgekommen.

In Umfragen ist der lange als Präsidentschaftsfavorit gehandelte Fillon wegen der Affäre aber abgestürzt: Bei den Wahlabsichten für die erste Runde am 23. April liegt er mit klarem Abstand hinter der Rechtsextremen Marine Le Pen und dem parteilosen Mitte-Kandidaten Emmanuel Macron und würde damit den Einzug in die Stichwahl verfehlen.

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