05.05.2009 · Der Fall der im Iran wegen Spionage zu acht Jahren Haft verurteilten amerikanische Reporterin Roxana Saberi kommt abermals vor Gericht. In der kommenden Woche soll das Berufungsverfahren beginnen.
Der Fall der im Iran wegen Spionage zu acht Jahren Haft verurteilten amerikanische Reporterin Roxana Saberi kommt abermals vor Gericht. In der kommenden Woche beginne das Berufungsverfahren, meldete die iranische Nachrichtenagentur Isna am Dienstag unter Berufung auf Justizsprecher Ali Resa Dschamschidi. Die Öffentlichkeit sei dabei aber nicht zugelassen.
Die 32 Jahre alte amerikanische iranische Journalistin war im April in Teheran wegen Spionage für die Vereinigten Staaten verurteilt worden. Sie sitzt seit Januar in Haft.
Unklare Vorwürfe
Der Justizsprecher wies Berichte zurück, wonach die junge Frau sich im Hungerstreik befinden und mittlerweile so schwach sein soll, dass sie im Krankenhaus liege. Das hatte ihr Vater, Resa Saberi, westlichen Medien gesagt. Saberi habe keinerlei gesundheitliche Probleme, sagte der Justizsprecher.
Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte die Spionage-Vorwürfe gegen Saberi als unbegründet zurückgewiesen. Ihre Verurteilung hatte das ohnehin schlechte Verhältnis zwischen Washington und Teheran weiter belastet.
Die Journalistin hat die doppelte Staatsbürgerschaft und hielt sich in Iran zu Recherchezwecken auf. Zunächst war ihr lediglich vorgeworfen worden, sie habe versucht, eine Flasche Wein zu kaufen. Das ist in dem streng islamischen Land verboten. Dann hieß es, sie habe in Iran ohne gültige Akkreditierung gearbeitet.
Steinigung im März
Iran wird von der internationalen Gemeinschaft auch wegen der Todesstrafe immer wieder kritisiert. Wie Justizsprecher Dschamschidi sagte, gab es im März auch abermals eine Steinigung. Auf diese Weise sei ein wegen Ehebruchs verurteilter Mann hingerichtet worden.
Offiziell sind die Gerichte in Iran bereits seit Ende 2006 gehalten, kein Todesurteil durch Steinigen mehr zu verhängen. Da dies aber noch nicht per Gesetz festgeschrieben ist, kommt es besonders in der Provinz dennoch weiterhin zu solchen Urteilen. Dabei werden Männer bis zur Taille und Frauen bis zum Hals eingegraben und dann so lange mit Steinen beworfen, bis sie tot sind.
Hinrichtung
Hendrik Baumann (hendrik68)
- 05.05.2009, 16:17 Uhr