Home
http://www.faz.net/-gq5-768nz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Spanien Rajoy: Habe niemals Schwarzgeld bekommen

Der spanische Ministerpräsident Rajoy verwahrt sich gegen Korruptionsvorwürfe, die ihn und seine Partei betreffen: „Ich habe niemals Schwarzgeld erhalten oder verteilt“, sagte Rajoy und versprach „totale Transparenz“ bei der Aufklärung der Vorgänge.

© AP Vergrößern Weist alle Vorwürfe zurück: der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy am Samstag in Madrid

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat sich am Samstag mit Nachdruck gegen alle Korruptionsvorwürfe, die ihn persönlich und seine Partei betreffen, gewehrt und versichert: „Ich habe niemals Schwarzgeld erhalten oder verteilt. Das ist falsch.“ Auf einer Sondersitzung des Exekutivausschusses der konservativen Volkspartei (PP) in Madrid versprach er ferner „totale Transparenz“ bei der Aufklärung des „Falles Bárcenas“.

Leo Wieland Folgen:    

Es geht um am Donnerstag von der Zeitung „El País“ veröffentlichte und dem ehemaligen Schatzmeisters des Partido Popular zugeschriebene Listen, auf denen angebliche Spendeneingänge aus der Bauindustrie und Auszahlungseinträge an Parteimitglieder notiert waren. Unter den Namen mehrerer Spitzenfunktionäre wurde dort wiederholt auch der Rajoys genannt.

Der Regierungschef beharrte nun darauf, dass er „nichts zu verbergen“ habe und nicht in die Politik gegangen sei, um Geld zu verdienen. Zum Beleg für seine Ehrlichkeit werde er in der kommenden Woche seine Steuererklärungen veröffentlichen. Rajoy nahm ebenso entschieden seine Partei in Schutz und nannte die „filtrierten“ Informationen „manipuliert“. Im Übrigen hätten die auf einem Schweizer Konto entdeckten 22 Millionen Euro des ehemaligen Schatzmeisters „absolut nichts mit der Volkspartei zu tun“.

Scharfe Rüge für Oppositionsführer

Rajoy kritisierte den sozialistischen Oppositionsführer Alfredo Pérez Rubalcaba scharf dafür, dass er den vermeintlichen Enthüllungen Glaubwürdigkeit geschenkt habe, und versicherte, dass er nicht daran denke, zurückzutreten.

Die Stabilität Spaniens und insbesondere seiner Wirtschaft befinde sich im sechsten Krisenjahr noch immer in einem „delikaten Moment“. Die Reformen in Verbindung mit der Austeritätspolitik seien jedoch „auf gutem Weg“. Rajoy, der am Montag zu Regierungskonsultationen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin reisen will, fügte hinzu: „Wir werden diesem Thema (der Wirtschaft) unsere ganze Aufmerksamkeit widmen, und nichts wird uns von der Krise ablenken.“

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Spanien Theaterkarten in Pornoheftchen

Eine spanische Theatergruppe protestiert mit einem Trick gegen die hohe Umsatzsteuer auf Theaterkarten. Weil sie mehr als fünfmal so hoch ist wie die für Pornomagazine, verkauft die Gruppe nun Erotikheftchen, denen je eine Freikarte beiliegt. Mehr

05.12.2014, 12:13 Uhr | Wirtschaft
Merkel und Rajoy ein Stück auf dem Jakobsweg

Santiago de Compostela ist der Geburtsort des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Deswegen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel hier einige Kilometer auf dem historischen Pilgerweg zurückgelegt. Es war der Einstieg in zweitägige Beratungen zwischen beiden Regierungschefs. Mehr

25.08.2014, 12:26 Uhr | Politik
Google News Kommt uns spanisch vor

Spaniens Kulturminister spricht angesichts der Gesetzesnovelle zum Schutz des geistigen Eigentums von einer Pioniertat zum Wohle der Presse, mehr noch: des ganzen Landes. Google News sieht das anders und schließt seine iberische Seite. Mehr Von Paul Ingendaay, Madrid

12.12.2014, 06:18 Uhr | Feuilleton
Real Madrid holt sich Costa Ricas Torwart

Torwart Keylor Navas hatte bei der WM hervorragend gehalten. Nun verlässt der Keeper seinen bisherigen Verein, den spanischen Liga-Konkurrenten Levante, für einen Sechsjahresvertrag in Madrid. Mehr

04.08.2014, 12:42 Uhr | Sport
Streit über Sturmgewehr G36 Grüne setzen von der Leyen unter Druck

Im Verteidigungsministerium könnten Berichte über das Sturmgewehr G36 geschönt worden sein. Von der Aufklärungsarbeit im Bendler-Block sind die Grünen enttäuscht. Sie fordern von Ursula von der Leyen lückenlose Aufklärung. Mehr Von Lorenz Hemicker

07.12.2014, 08:23 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 02.02.2013, 14:42 Uhr

Am Tisch mit dem Diktator

Von Andreas Ross, Washington

Es tut weh, dass Barack Obamas Kuba-Wende den Castro-Brüdern einen Erfolg beschert. Ihr repressives Regime hat keine Belohnung verdient. Trotzdem ist Obamas Schritt nur folgerichtig. Mehr 9 5