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Katalonien-Krise : Spanien fürchtet eine wirtschaftliche „Katastrophe“

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Die Estelada, eine Weiterführung der katalanischen Flagge und Symbol der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung, hängt in Barcelona in einem Souvenirladen. Bild: Reuters

Madrid hat am Freitag ein Dekret beschlossen, dass es Unternehmen leichter macht, ihren Firmensitz aus Katalonien in andere Regionen zu verlegen. Und der IWF schickt eine Warnung nach Spanien.

          Die Krise in Katalonien droht einen Exodus von Unternehmen in Gang zu setzen, der auch der spanischen Wirtschaft schaden könnte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte am Freitag davor, dass die andauernden politischen Spannungen negative Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum und Investitionen in Spanien haben könnten.

          Der Chef des katalanischen Sektherstellers Freixenet und Vorsitzende der spanischen Handelskammer José Luis Bonet sprach von der Gefahr eines Weggangs von Firmen, der eine „wahrhaftige Katastrophe“ hervorrufen könnte, sollte das Parlament die Unabhängigkeit erklären. Auch Freixenet erwägt, dem Beispiel einer wachsenden Zahl von Unternehmen zu folgen und den Firmensitz in andere spanische Regionen zu verlegen.

          Das spanische Kabinett beschloss am Freitag ein Dekret, das es Unternehmen leichter macht, ihren Firmensitz zu verlegen. Nun reicht die Entscheidung des Aufsichtsrats aus. Diese Möglichkeit will angeblich die katalanische Caixa-Bank nutzen, um nach Valencia umzuziehen. Der stellvertretende katalanische Ministerpräsident Oriol Junqueras bestritt, dass Firmen aus Katalonien fliehen.

          Es wird erwartet, dass das katalanische Regionalparlament zu Beginn nächster Woche die Unabhängigkeit ausruft. Nachdem das spanische Verfassungsgericht eine für Montag angekündigte Plenarsitzung untersagt hatte, kündigte Regionalpräsident Carles Puigdemont an, am Dienstag vor dem Plenum zu den Folgen der Volksabstimmung Stellung zu nehmen. Die radikale CUP-Partei teilte mit, dass sie mit Puigdemonts Regierungsbündnis schon über einen Text für die Unabhängigkeitserklärung am Dienstag verhandele.

          Der Oberste Gerichtshof in Madrid erhob nach einer ersten Vernehmung am Freitag Vorwürfe gegen den Chef der katalanischen Regionalpolizei Josep Lluís Trapero. Ihm wird vorgehalten, dass sich seine Polizeikräfte am 1. Oktober nicht an die Anordnung gehalten hatten, die Volksabstimmung zu verhindern. Derweil hat sich ein Vertreter der Zentralregierung für den massiven Polizeieinsatz am vergangenen Sonntag bei den Verletzten entschuldigt.

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