http://www.faz.net/-gpf-92j66

Katalonien-Krise : Spanien fürchtet eine wirtschaftliche „Katastrophe“

  • Aktualisiert am

Die Estelada, eine Weiterführung der katalanischen Flagge und Symbol der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung, hängt in Barcelona in einem Souvenirladen. Bild: Reuters

Madrid hat am Freitag ein Dekret beschlossen, dass es Unternehmen leichter macht, ihren Firmensitz aus Katalonien in andere Regionen zu verlegen. Und der IWF schickt eine Warnung nach Spanien.

          Die Krise in Katalonien droht einen Exodus von Unternehmen in Gang zu setzen, der auch der spanischen Wirtschaft schaden könnte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte am Freitag davor, dass die andauernden politischen Spannungen negative Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum und Investitionen in Spanien haben könnten.

          Der Chef des katalanischen Sektherstellers Freixenet und Vorsitzende der spanischen Handelskammer José Luis Bonet sprach von der Gefahr eines Weggangs von Firmen, der eine „wahrhaftige Katastrophe“ hervorrufen könnte, sollte das Parlament die Unabhängigkeit erklären. Auch Freixenet erwägt, dem Beispiel einer wachsenden Zahl von Unternehmen zu folgen und den Firmensitz in andere spanische Regionen zu verlegen.

          Das spanische Kabinett beschloss am Freitag ein Dekret, das es Unternehmen leichter macht, ihren Firmensitz zu verlegen. Nun reicht die Entscheidung des Aufsichtsrats aus. Diese Möglichkeit will angeblich die katalanische Caixa-Bank nutzen, um nach Valencia umzuziehen. Der stellvertretende katalanische Ministerpräsident Oriol Junqueras bestritt, dass Firmen aus Katalonien fliehen.

          Es wird erwartet, dass das katalanische Regionalparlament zu Beginn nächster Woche die Unabhängigkeit ausruft. Nachdem das spanische Verfassungsgericht eine für Montag angekündigte Plenarsitzung untersagt hatte, kündigte Regionalpräsident Carles Puigdemont an, am Dienstag vor dem Plenum zu den Folgen der Volksabstimmung Stellung zu nehmen. Die radikale CUP-Partei teilte mit, dass sie mit Puigdemonts Regierungsbündnis schon über einen Text für die Unabhängigkeitserklärung am Dienstag verhandele.

          Der Oberste Gerichtshof in Madrid erhob nach einer ersten Vernehmung am Freitag Vorwürfe gegen den Chef der katalanischen Regionalpolizei Josep Lluís Trapero. Ihm wird vorgehalten, dass sich seine Polizeikräfte am 1. Oktober nicht an die Anordnung gehalten hatten, die Volksabstimmung zu verhindern. Derweil hat sich ein Vertreter der Zentralregierung für den massiven Polizeieinsatz am vergangenen Sonntag bei den Verletzten entschuldigt.

          Weitere Themen

          Aus der Tiefgarage ins Licht

          Moschee in Hamburg : Aus der Tiefgarage ins Licht

          In Hamburg wird eine ehemalige evangelische Kirche zur Moschee umgebaut – und diesmal gibt es keinen Protest. Der Erfolg des Umbaus ist vor allem auf einen Menschen zurückzuführen.

          Ex-BAMF-Chefin soll ins Innenministerium Video-Seite öffnen

          Jutta Cordt : Ex-BAMF-Chefin soll ins Innenministerium

          Anders als Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen, der nach seinem Wechsel als Sonderberater ins Ministerium seine bisherigen Bezüge behält, werde Cordt aber deutlich weniger verdienen als zuvor.

          Trump teilt munter aus Video-Seite öffnen

          Während UN-Rede : Trump teilt munter aus

          Im Atomstreit mit dem Iran bestätigte Trump seine harte Haltung und rief alle Staaten auf, die iranische Führung so lange zu isolieren, wie deren aggressives Verhalten andauere. Dabei teilte der amerikanische Präsident gegen Deutschland aus.

          Topmeldungen

          Ralph Brinkhaus : „Kein großes Drama“

          Der neue Unionsfraktionschef stellt sich nach seiner überraschenden Wahl hinter Angela Merkel: „Ich habe den Willen, sie zu unterstützen.“ Politologen sprechen von einem Misstrauensvotum gegen die Kanzlerin.
          Unser Sprinter-Autor: Thomas Holl

          FAZ.NET-Sprinter : Ein unbürgerliches Trauerspiel

          Volker Kauders Abwahl ist der letzte Akt im Stück „Die bizarre Causa Maaßen oder die entrückte Koalition“. Fällt der Vorhang für Angela Merkel nun endgültig? Der Sprinter ab heute in neuem Gewand.

          3D-Druck : Die Waffe aus dem Drucker

          Cody Wilson erklärte den Amerikanern, wie sie Schusswaffen zuhause selbst herstellen können. Nach jahrelanger Debatte errang er juristische Siege. Nun droht ihm trotzdem eine Haftstrafe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.