29.07.2009 · Bei einem Bombenschlag auf eine Polizeikaserne im spanischen Burgos sind am frühen Morgen Dutzende Menschen leicht verletzt worden. Hinter dem Attentat wird die baskische Terrororganisation Eta vermutet.
Die baskische Terrororganisation Eta hat in den frühen Morgenstunden des Mittwochs eine Autobombe vor einer Wohnkaserne der spanischen Polizei in der Stadt Burgos gezündet. 42 Personen, darunter Frauen und Kinder, wurden leicht verletzt. Das nicht vorher angekündigte Attentat richtete beträchtliche Sachschäden an, riss einen tiefen Krater im Straßenpflaster auf und zerstörte die Fassade des Hochhauses der Guardia Civil.
Ein vermutlich in Frankreich gestohlener Kleinlaster war nach Angaben der Polizei am Vorabend mit geschätzten zweihundert Kilogramm Sprengstoff rund fünfzehn Meter von dem Gebäude entfernt geparkt worden. Die Ermittler konzentrieren sich bei der Spurensuche jetzt vor allem auf die Aufzeichnungen der Überwachungskameras.
Terror zum 50. Jahrestag der Eta
Die Kaserne war unlängst nach der Zerschlagung des „Kommandos Viscaya“ in den Anschlagsplänen der Terroristen als ein mögliches Ziel genannt worden. Ein Sprecher der Regierung der Region Kastilien und León sagte, es sei ein „wahres Wunder“, dass es nicht zu einem Massaker gekommen sei. Eta hatte zuletzt im Juni im spanischen Baskenland einen Polizisten ermordet und zu Beginn dieses Monats in Durango bei Bilbao einen Bombenanschlag auf das lokale Büro der Sozialistischen Partei verübt.
Das spanische Innenministerium hatte mit einem Anschlag der Eta gerechnet, weil die Organisation an diesem Freitag ihren 50. Jahrestag begeht. Sie war am 31. Juli 1959 in Bilbao gegründet worden. Die Eta kämpft für einen unabhängigen Baskenstaat und hat seit ihrem ersten tödlichen Anschlag 1968 fast 850 Menschen umgebracht. Sie gilt derzeit dank der Polizeierfolge der vergangenen Monate als so geschwächt wie lange nicht mehr. Erst im April war der mutmaßliche Eta-Militärchef Jurdan Martitegi in Südfrankreich festgenommen worden.