Home
http://www.faz.net/-gpf-75bqi
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 24.12.2012, 14:18 Uhr

Somalia Seeleute nach drei Jahren aus Gewalt von Piraten befreit

Anfang 2010 wurde die „MV Iceberg 1“ von somalischen Piraten entführt - samt Besatzung. Fast drei Jahre später kommen die Geiseln nun frei.

Glückliches Ende einer Geiselnahme kurz vor Weihnachten: Fast drei Jahre nach der Entführung der „MV Iceberg 1“ am Horn von Afrika sind 22 Seeleute aus der Gewalt somalischer Piraten freigekommen. Verhandlungen unter Vermittlung von Dorfältesten führten nach Berichten von Beobachtern in Somalia zum Erfolg.

Lösegeld sei nicht gezahlt worden, erklärten die Behörden. Die Crew mit Seeleuten aus dem Jemen, Indien, Ghana, Pakistan, dem Sudan und den Philippinen hielt sich am Montag noch in Somalia auf, wo die Männer medizinisch betreut wurden.

Sicherheitskräfte aus der halbautonomen Region Puntland im Nordosten Somalias hatten seit Wochen versucht, das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff und seine Besatzung zu befreien. Eine gewaltsame Befreiungsaktion war am 10. Dezember fehlgeschlagen.

Fünf Tage später tötete die Polizei aus Puntland drei mutmaßliche Piraten und nahm drei weitere fest. Sie hatten versucht, mehrere Seeräubergruppen mit Waffen zu versorgen - in derselben Region, in der die entführten Seeleute festgehalten wurden.

Verhandlungen unter Vermittlung Dorfältester

Anschließend sei es zu Verhandlungen gekommen, die unter Vermittlung von Dorfältesten stattfanden, sagten Beobachter in Puntlands Hauptstadt Garowe.

Das Schiff war Ende März 2010 entführt worden. Über das Schicksal der Seeleute in Geiselhaft drang wenig an die Öffentlichkeit - offenbar mussten sie auch Folter und Schmerzen erleiden. „Nach zwei Jahren und neun Monaten Gefangenschaft zeigen die Seeleute Zeichen von körperlicher Folter und Krankheit“, hieß es in einer Mitteilung. „Die Geiseln erhalten derzeit Nahrung und werden medizinisch versorgt.“

Vor der somalischen Küste werden immer wieder Schiffe gekapert, mit denen die Piraten Lösegeld erpressen wollen. Zum Schutz der Schifffahrtsrouten am Horn von Afrika ist die EU-Mission „Atalanta“ im Einsatz, an der sich auch die Bundeswehr beteiligt.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Somalia Keine Piratenangriffe vor Horn von Afrika

Noch vor wenigen Jahren fielen vor Somalias Küste regelmäßig Schiffe Piraten zum Opfer – das hat sich geändert. Im vergangenen Jahr gab es keine einzige Entführung durch die Seeräuber. Im Gegensatz zu anderen Gewässern. Mehr

02.02.2016, 12:29 Uhr | Gesellschaft
Hauptstadt von Somalia Anschlag auf Hotel in Mogadischu

Somalische Islamisten haben ein beliebtes Strandhotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu gestürmt. Bei den Angriffen wurden zahlreiche Menschen getötet. Zu den Anschlägen bekannte sich die extremistische Shabaab-Miliz, die Verbindungen zu Al Qaida hat. Mehr

22.01.2016, 08:28 Uhr | Politik
Sudan Der Sudan öffnet erstmals seine Grenzen zum Süden

Die Beziehungen zwischen dem Sudan und dem seit 2011 unabhängigen Nachbarstaat entspannen sich. Nun hat Khartum die Grenzen öffnen lassen. Mehr

28.01.2016, 14:53 Uhr | Politik
Viele Tote Islamisten-Angriff auf Hotel in Burkina Faso

Die Angreifer nahmen Geiseln und verschanzten sich in dem Hotel. Während eine Geiselnahme im bei Ausländern beliebten Hotel Splendid beendet werden konnte, haben die Islamisten offenbar ein neues Ziel ausgemacht. Mehr

17.01.2016, 18:41 Uhr | Politik
Somalia Explosion zwingt Flugzeug zur Umkehr

Ein Passagierflugzeug hat in Somalia kurz nach dem Start Feuer gefangen – und dabei ein Loch in den Rumpf gerissen. Grund ist wohl eine technische Panne. Mehr

02.02.2016, 16:54 Uhr | Gesellschaft

Steuern und begrenzen

Von Reinhard Müller

Eigentlich braucht es kein neues Gesetz zur Integration von Flüchtlingen. Das Aufenthaltsgesetz regelt alles nötige. Das Problem ist nur: Jeder kommt ins Land. Mehr 129