Home
http://www.faz.net/-gpf-75bqi
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Somalia Seeleute nach drei Jahren aus Gewalt von Piraten befreit

Anfang 2010 wurde die „MV Iceberg 1“ von somalischen Piraten entführt - samt Besatzung. Fast drei Jahre später kommen die Geiseln nun frei.

Glückliches Ende einer Geiselnahme kurz vor Weihnachten: Fast drei Jahre nach der Entführung der „MV Iceberg 1“ am Horn von Afrika sind 22 Seeleute aus der Gewalt somalischer Piraten freigekommen. Verhandlungen unter Vermittlung von Dorfältesten führten nach Berichten von Beobachtern in Somalia zum Erfolg.

Lösegeld sei nicht gezahlt worden, erklärten die Behörden. Die Crew mit Seeleuten aus dem Jemen, Indien, Ghana, Pakistan, dem Sudan und den Philippinen hielt sich am Montag noch in Somalia auf, wo die Männer medizinisch betreut wurden.

Sicherheitskräfte aus der halbautonomen Region Puntland im Nordosten Somalias hatten seit Wochen versucht, das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff und seine Besatzung zu befreien. Eine gewaltsame Befreiungsaktion war am 10. Dezember fehlgeschlagen.

Fünf Tage später tötete die Polizei aus Puntland drei mutmaßliche Piraten und nahm drei weitere fest. Sie hatten versucht, mehrere Seeräubergruppen mit Waffen zu versorgen - in derselben Region, in der die entführten Seeleute festgehalten wurden.

Verhandlungen unter Vermittlung Dorfältester

Anschließend sei es zu Verhandlungen gekommen, die unter Vermittlung von Dorfältesten stattfanden, sagten Beobachter in Puntlands Hauptstadt Garowe.

Das Schiff war Ende März 2010 entführt worden. Über das Schicksal der Seeleute in Geiselhaft drang wenig an die Öffentlichkeit - offenbar mussten sie auch Folter und Schmerzen erleiden. „Nach zwei Jahren und neun Monaten Gefangenschaft zeigen die Seeleute Zeichen von körperlicher Folter und Krankheit“, hieß es in einer Mitteilung. „Die Geiseln erhalten derzeit Nahrung und werden medizinisch versorgt.“

Vor der somalischen Küste werden immer wieder Schiffe gekapert, mit denen die Piraten Lösegeld erpressen wollen. Zum Schutz der Schifffahrtsrouten am Horn von Afrika ist die EU-Mission „Atalanta“ im Einsatz, an der sich auch die Bundeswehr beteiligt.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Gefechte in Aden Iran schickt Kriegsschiffe an Jemens Küste

Teheran entsendet zwei Kriegsschiffe vor die umkämpfte jemenitische Hafenstadt Aden. Offiziell geht es um den Kampf gegen Piraten. Doch Iran gilt als Unterstützer der Houthi-Rebellen. Mehr

08.04.2015, 17:21 Uhr | Politik
Australien Geiselnahme in Sydney

Ein Mann hat mehrere Menschen in einem Café in seine Gewalt gebracht. Drei Geiseln konnten fliehen. Die Polizei hat noch keinen Kontakt zum Geiselnehmer. Mehr

15.12.2014, 08:11 Uhr | Politik
Entführung in Nigeria In den Fängen von Boko Haram

Ein Jahr nach ihrer Entführung fehlt von den 219 Mädchen von Chibok in Nigeria jede Spur. Die Unfähigkeit der Regierung treibt die Leute auf die Straße. Mehr Von Thomas Scheen, Johannesburg

14.04.2015, 10:20 Uhr | Politik
Vier Geiseln unverletzt Ingolstadt: Polizei beendet Geiselnahme

Die Geiselnahme im Alten Rathaus in Ingolstadt ist beendet worden. Die vier Geisel sind frei und unverletzt. Mehr

17.11.2014, 12:13 Uhr | Gesellschaft
Nach Anschlag in Kenia Luftwaffe bombardiert Dschihadisten in Somalia

Die kenianische Luftwaffe hat Ziele der dschihadistischen Shabaab-Miliz im Nachbarland Somalia angegriffen. Damit reagierte das Land auf den Anschlag auf die Universität in Garissa, bei dem 147 Menschen starben. Mehr

06.04.2015, 13:54 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 24.12.2012, 14:18 Uhr

Eine gute Armee ist unbezahlbar

Von Reinhard Müller

Klagen gegen den Hersteller des Sturmgewehrs G36 hätten kaum Aussicht auf Erfolg, auch weil etwaige Ansprüche verjährt sein dürften. Warum wurden die Verträge nie nachverhandelt? Mehr 19 20