In Somalia hat die lang erwartete Offensive auf die letzte Bastion der radikalen islamistischen Miliz Al Shabaab begonnen. Die Soldaten der Afrikanischen Eingreiftruppe für Somalia Amisom näherten sich am Donnerstag bis auf 30 Kilometer der Hafenstadt Kismayo, die von Al Shabaab kontrolliert wird. In den vergangen Tagen hatte Amisom mehrere der Stadt vorgelagerte Verteidigungslinien der Miliz einnehmen können. Bewohner berichtetender Nachrichtenagentur AFP , mehrere hundert Kämpfer der Miliz aus anderen Teilen Südsomalias seien nach Kismayo gebracht worden.
Sie seien dabei, sich auf einen Häuserkampf vorzubereiten. Tausende Zivilisten sollen die Stadt aus Angst vor blutigen Gefechten inzwischen verlassen haben. Die kenianische Marine habe in den vergangenen beiden Wochen mehrfach den Hafen Kismayos beschossen, um „strategische Ziele“ auszuschaltenhieß es An den Angriffen von Amisom sind auch kenianische Kampfflugzeuge beteiligt. „Wir müssen vorsichtig sein, weil der Weg in die Stadt mit Sprengfallen gespickt ist. Aber Kismayo wird ohne Zweifel fallen“, sagte der Sprecher der kenianischen Armee, Oberst Cyrus Oguna, der Nachrichtenagentur Reuters. Die kenianische Armee war im Oktober des vergangenen Jahres nach Somalia einmarschiert, nachdem es immer wieder zu Überfällen und Entführungen entlang der gemeinsamen Grenze gekommen war. Kenia stellt zusammen mit Uganda und Burundi den Großteil der Truppen von Amisom.
Kismayo ist von entscheidender Bedeutung für Al Shabaab. Über den Seehafen wickelt die Miliz den von ihr kontrollierten Handel mit Holzkohle und Vieh ab. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen verdient die Miliz alleine mit dem Export von Holzkohle auf die arabische Halbinsel mehr als zehn Millionen Dollar im Jahr. Zudem kontrollieren die radikalen Islamisten von Kismayo aus die wichtige Seeroute von Mogadischu nach Mombasa in Kenia. Vor rund einem Monat waren die Extremisten aus dem weiter nördlich gelegenen Hafen von Marca vertrieben worden.
Am Donnerstag sprengte sich derweil offenbar ein Selbstmordattentäter in einem bekannten Restaurant in Mogadischu in die Luft. Dabei kamen nach ersten Informationen mindestens acht Personen ums Leben.
