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Somalia Französische Marine entert Piraten-Mutterschiff

16.04.2009 ·  Frankreichs Piratenjagd wird aus dem Elysée-Palast gesteuert. Wann immer die Marine vor Somalia zum Einsatz kommt, verfolgt Präsident Sarkozy die Operation. Festgenommene Piraten kommen in Frankreich vor Gericht.

Von Michaela Wiegel, Paris
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Piratenjagd ist in Frankreich Präsidentensache. Wann immer die französische Marine vor der Küste Somalias zum Einsatz kommt, verfolgt Nicolas Sarkozy die Operation im Elysée-Palast. Deshalb ist es für Sarkozy auch Ehrensache, gefangene Piraten in Frankreich zu verurteilen und nicht den somalischen Behörden zu überlassen, die diese womöglich wieder auf freien Fuß setzen könnten. Seit April vergangenen Jahres sitzen sechs Somalier in sechs verschiedenen französischen Haftanstalten in Untersuchungshaft. Sie wurden von den französischen Spezialkräften auf somalischem Staatsgebiet gefasst - nach der Befreiung der Besatzung der Yacht „Ponant“, die vor Puntland von Piraten gekapert worden war.

Nach einer Verfolgungsjagd auf somalischem Boden - die somalische Seite hatte per Telefon ihr Einverständnis gegeben - wurden die Piraten zu einer französischen Militärbasis in Djibouti verschifft und nach Frankreich geflogen. Bei ihrer Ankunft auf dem Militärflughafen „Le Bourget“ bei Paris erwartete die sechs Somalier ein Beamter der Kriminalpolizei, der ihnen auf Französisch mitteilte, dass sie zum Verhör festgenommen seien. 48 Stunden später wurde gegen die sechs Männer zwischen 21 und 46 Jahren von einem Untersuchungsrichter ein Ermittlungsverfahren wegen „Entführung, Freiheitsberaubung, Geiselnahme und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ eröffnet. Seither sitzen die sechs Somalier in Untersuchungshaft.

Antrag auf Freilassung abgewiesen

Die Männer, verarmte Fischer aus Puntland, können sich nur über Übersetzer verständigen. Ihnen sind von Amts wegen Anwälte zugeteilt worden, die immerhin versucht haben, aufgrund des fragwürdigen rechtlichen Rahmens ihrer Festnahme eine Freilassung aus der Untersuchungshaft ihrer Mandanten zu erwirken. Ein entsprechender Antrag wurde Anfang April vom Pariser Berufungsgericht zurückgewiesen. Das Berufungsgericht argumentierte, die Festnahme und die Überbringung nach Frankreich fielen unter das Verteidigungsgeheimnis, von derartigen Operationen „braucht die Justiz keine Kenntnis zu haben“.

Somalia: Französische Marine entert Piraten-Mutterschiff

Noch ist nicht bekannt, wann die Gerichtsverhandlung gegen die sechs mutmaßlichen Piraten eröffnet wird. Derweil sind weitere Somalier in Frankreich eingetroffen. Nach der Befreiungsaktion auf der Yacht „Tanit“, bei der ein Franzose getötet wurde, hat die französische Armee abermals drei mutmaßliche Seeräuber nach Frankreich überstellt. Die drei Somalier, gegen die wegen „Entführung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge“ ermittelt wird, sitzen in einer Haftanstalt in Rennes in der Bretagne ein. Die bretonischen Behörden seien zuständig, weil die Opfer der Piraten aus der Bretagne stammten, hieß es in Paris.

Piratenboote zum Mutterschiff verfolgt

Verteidigungsminister Hervé Morin hatte bekräftigt, dass die von dem Sonderkommando der Armee gefassten Somalier unbedingt in Frankreich verurteilt werden müssten. Wie Präsident Sarkozy teilt er die Überzeugung, dass dies eine abschreckende Wirkung auf die somalischen Piraten erzielen und zudem dem öffentlichen Empfinden in Frankreich entgegenkommen werde.

Seit Mittwoch werden weitere elf Piraten auf der französischen Fregatte „Nivôse“ festgehalten. Ein Rund rund zehn Meter langes Piraten-Mutterschiff am Dienstag rund 900 Kilometer östlich der kenianischen Hafenstadt Mombasa entdeckt worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Am Mittwochmorgen schlugen die Streitkräfte zu. Der Hubschrauber der „Nivôse“ hatte am Dienstag einen Piratenangriff auf den unter liberianischer Flagge fahrenden Frachter „Safmarine Asia“ abgewehrt. Wie es hieß, wurden die Piratenboote nachts bis zum Mutterschiff verfolgt.

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Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

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