Truppen der Afrikanischen Union (AU) haben nach eigenen Angaben die letzte Hochburg der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz in Somalias Hauptstadt Mogadischu eingenommen. „Wir kontrollieren ganz Mogadischu“, sagte Fred Mugisha, ein General der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (Amisom), dem britischen Sender BBC. Bei Gefechten zwischen den Rebellen und dem Militär seien ein AU-Soldat und acht Zivilisten getötet worden.
Amisom-Sprecher Paddy Akunda sagte, die Miliz sei zwar noch in Außenbezirken im Osten und Norden Mogadischus aktiv, jedoch sei das gesamte Zentrum nun „nicht länger unter der Kontrolle der Extremisten“.
Bereits im August hatten Truppen der AU und der Übergangsregierung den Großteil der Rebellen aus der Stadt vertrieben. Jedoch kontrolliert die Gruppe, die mutmaßlich Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Qaida unterhält, weiterhin weite Teil von Zentral- und Südsomalia.
Leidende Bevölkerung
Nun gelte es, Zivilisten vor weiteren Vergeltungsakten zu beschützen, sagte Akunda. Al Shabaab hatte in der vergangenen Woche einen
Selbstmordanschlag mit Dutzenden Toten im Regierungsviertel von Mogadischu verübt.
In Somalia, wo die Bevölkerung derzeit unter der schwersten Dürre seit 60 Jahren leidet, gibt es seit 20 Jahren keine funktionierende
Zentralregierung mehr. Die Al-Shabaab-Rebellen kämpfen seit Jahren gegen die Übergangregierung, die von der Amisom unterstützt wird. Die Miliz will einen islamischen Gottesstaat am Horn von Afrika erkämpfen.
