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Enthüllungsjournalist Kuciak : EU-Parlamentarier recherchieren in Slowakei zu Journalistenmord

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Wurden sie Opfer eines Auftragsmords? Ein Bild des Enthüllungsreporters Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova vor dem Sitz der slowakischen Regierung in Bratislava. Bild: Reuters

Der Mord an dem Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten hat die Slowakei in eine tiefe politische Krise gestürzt. War er mafiösen Kontakten slowakischer Politiker auf der Spur? Eine Delegation von EU-Abgeordneten will sich nun vor Ort selbst ein Bild machen.

          Eine Delegation des EU-Parlaments beginnt am heutigen Donnerstag Gespräche in der Slowakei, um die Hintergründe der Ermordung des Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak zu ermitteln. Sie kommt in ein Land, das wegen des Mordes in eine politische Krise gestürzt ist. Mehrere Oppositionsparteien brachten am Mittwoch einen gemeinsamen Misstrauensantrag gegen die vom Sozialdemokraten Robert Fico geführte Dreiparteienregierung ein.

          Der parteilose Staatspräsident Andrej Kiska wirft der Regierung vor, jahrelange Warnungen des eigenen Geheimdienstes SIS vor den Machenschaften italienischer Mafia-Clans ignoriert zu haben. Für die nächsten Tage sind im ganzen Land weitere Demonstrationen gegen Korruption und die Verfilzung von Politik und organisierter Kriminalität geplant. Um die angespannte Lage zu beruhigen, wollen Staatspräsident, Regierungschef und Parlamentspräsident am Freitag ein gemeinsames Gespräch auf der Burg oberhalb der Hauptstadt führen.

          Der 27 Jahre alte Journalist Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova wurden am Abend des 25. Februar in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Velka Maca tot aufgefunden. Sie waren nach Polizeiangaben etwa drei Tage zuvor durch Schüsse in Kopf und Brust getötet worden.

          Waren seine Recherchen das Motiv für den Mord?

          Kuciak hatte über die Kontakte slowakischer Politiker zur organisierten Kriminalität recherchiert. In seiner Untersuchung der sogenannten Panama-Papers war er auf mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Politikern und Regierungsmitarbeitern gestoßen. Seine unvollendete letzte Reportage dazu wurde nach seinem Tod in den Medien veröffentlicht. Nach Kuciaks Recherchen soll das kriminelle Netzwerk auch durch den Missbrauch von EU-Förderungen reich geworden sein.

          Die Delegation des EU-Parlaments will bis Freitag in der Slowakei Gespräche führen. Sie wird von der deutschen Abgeordneten Ingeborg Gräßle (CDU) und dem britischen Labour-Parlamentarier Claude Moraes angeführt. Die Abgeordneten wollen neben Spitzenpolitikern vor allem Korruptionsbekämpfer, Journalisten und Experten für EU-Förderprogramme treffen.

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