Home
http://www.faz.net/-gq5-ygk8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Sino-amerikanisches Verhältnis Obama empfängt Dalai Lama

18.02.2010 ·  Trotz chinesischer Proteste hat Präsident Obama den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen. Das Treffen fand gemäß informellem Protokoll im „Map Room“ statt - und nicht im „Oval Office“. Fotografen waren keine zugelassen.

Von Matthias Rüb, Washington
Artikel Video (2) Lesermeinungen (0)

Trotz heftiger Proteste Pekings und ungeachtet chinesischer Warnungen vor Konsequenzen hat der amerikanische Präsident Barack Obama am Donnerstag den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen. Das Treffen fand im „Map Room“ statt, wo gewöhnlich Privatleute empfangen werden, und nicht im offiziellen Amtsraum „Oval Office“, wo der Präsident mit ausländischen Regierungschefs und Staatsgästen spricht.

Einen gemeinsamen Auftritt Obamas und des Dalai Lama gab es nicht. Das Weiße Haus gab nach dem Treffen eine acht Zeilen lange Erklärung heraus, in der es heißt, Obama habe seine „starke Unterstützung für die Erhaltung der einzigartigen religiösen, kulturellen und sprachlichen Identität Tibets und für den Schutz der Menschenrechte der Tibeter in der Volksrepublik“ bekräftigt. Er unterstütze den Ansatz der Gewaltlosigkeit des Dalai Lama.

Der Dalai Lama warf China nach seinem Treffen mit Obama eine „kindische“ Tibet-Politik vor. Auch die Reaktion Pekings auf tibetische Forderungen nach mehr Autonomie innerhalb Chinas kritisierte er am Donnerstag in Washington vor Journalisten als „begrenzt“. Er erwarte eine negative Reaktion Pekings auf sein Treffen mit Obama im Weißen Haus, fügte er hinzu.

Video: Obama lehnt Treffen mit Dalai Lama ab

Bei zwei Besuchen des Dalai Lamas im Mai und Oktober vergangenen Jahres in Washington hatte Präsident Obama ein Treffen mit dem 74 Jahre alten Friedensnobelpreisträger vermieden, um vor seinem eigenen Staatsbesuch vom November in China eine Verstimmung Pekings zu vermeiden. Als erste Reaktion auf den geplanten Empfang des Dalai Lamas im Weißen Haus waren chinesische Offiziere entgegen den Gepflogenheiten nicht an Bord des amerikanischen Flugzeugträgers „USS Nimitz“ gekommen, der seit Mittwoch mit vier Begleitschiffen im Hafen von Hongkong liegt.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

Jüngste Beiträge

Von dir die Fregatte, von mir die Drohne

Von Thomas Gutschker

Verteidigung ist eine nationale Angelegenheit? Die Wirklichkeit hat sich längst geändert. Die Armeen der Nato-Partner müssen zusammenarbeiten. Kein Land ist mehr autark. Mehr 2 3