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Sierra Leone Präsident Koroma wiedergewählt

 ·  Sierra Leones Präsident Ernest Koroma ist als erster Präsident seines Landes seit dem Ende des Bürgerkrieges 2002 im Amt bestätigt worden. Beobachter lobten die Wahl als frei und fair.

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© AFP Vergrößern Wiedergewählt: Sierra Leones Präsident Ernest Koroma.

Im westafrikanischen Sierra Leone ist erstmals seit dem Ende des Bürgerkriegs vor zehn Jahren ein Staatspräsident wiedergewählt worden. Der 59 Jahre alte Amtsinhaber Ernest Koroma sicherte sich mit 58,7 Prozent der Stimmen eine zweite Amtszeit. Der schärfste Rivale Julius Maada Bio von der Oppositionspartei SLPP erzielte 37,4 Prozent, wie die Wahlleitung am Freitagabend mitteilte. Das Land leidet bis heute an den Folgen des Terrors unter dem liberianischen Rebellenführer und späteren Präsidenten Charles Taylor.

Nach der Wahl vom 17. November hatte sich die Bekanntgabe des Ergebnisses verzögert, weil die Wahlkommission nach Betrugsvorwürfen der Opposition etwa zehn Prozent der abgegebenen Stimmen neu auszählen ließ. Es handelte sich um die dritten Wahlen seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2002.

Koroma legte kurz nach Verkündung der offiziellen Wahlergebnisse den Amtseid für weitere fünf Jahre ab. In einer anschließenden Rede rief er zur nationalen Einheit auf. Die amerikanische Regierung  gratulierte Koroma zu seinem Wahlsieg. Zugleich würdigte Präsidentensprecher Carney die demokratischen Fortschritte in dem westafrikanischen Land seit Ende des Bürgerkriegs 2002. Beobachter hatten den friedlichen Ablauf der ersten Wahl seit dem Bürgerkrieg ohne Unterstützung der UN gelobt.

Die Frage ist, ob die Opposition das Ergebnis akzeptiert

Als Nagelprobe für den weiteren Frieden im Land gilt, ob der 58 Jahre alte ehemalige General Bio das Ergebnis langfristig akzeptiert. Der Rivale behauptete, es sei bei der Wahl zu Manipulationen gekommen und forderte die Bürger auf, gegen das Ergebnis Beschwerde beim Obersten Gerichtshof einzulegen. Der Chef der EU-Wahlbeobachtermission, Richard Howitt, sagte, er hoffe, dass beide Parteien ihre militanten Anhänger weiter zur Gewaltfreiheit anhalten können.

Der kleine Staat Sierra Leone („Löwengebirge“) zählt zu den ärmsten Ländern Westafrikas. Die knapp sechs Millionen Menschen gehören 20 verschiedenen Völkern an, in der Mehrheit sind es Muslime.

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