Home
http://www.faz.net/-gq5-74kj9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Sierra Leone Präsident Koroma wiedergewählt

Sierra Leones Präsident Ernest Koroma ist als erster Präsident seines Landes seit dem Ende des Bürgerkrieges 2002 im Amt bestätigt worden. Beobachter lobten die Wahl als frei und fair.

© AFP Vergrößern Wiedergewählt: Sierra Leones Präsident Ernest Koroma.

Im westafrikanischen Sierra Leone ist erstmals seit dem Ende des Bürgerkriegs vor zehn Jahren ein Staatspräsident wiedergewählt worden. Der 59 Jahre alte Amtsinhaber Ernest Koroma sicherte sich mit 58,7 Prozent der Stimmen eine zweite Amtszeit. Der schärfste Rivale Julius Maada Bio von der Oppositionspartei SLPP erzielte 37,4 Prozent, wie die Wahlleitung am Freitagabend mitteilte. Das Land leidet bis heute an den Folgen des Terrors unter dem liberianischen Rebellenführer und späteren Präsidenten Charles Taylor.

Nach der Wahl vom 17. November hatte sich die Bekanntgabe des Ergebnisses verzögert, weil die Wahlkommission nach Betrugsvorwürfen der Opposition etwa zehn Prozent der abgegebenen Stimmen neu auszählen ließ. Es handelte sich um die dritten Wahlen seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2002.

Koroma legte kurz nach Verkündung der offiziellen Wahlergebnisse den Amtseid für weitere fünf Jahre ab. In einer anschließenden Rede rief er zur nationalen Einheit auf. Die amerikanische Regierung  gratulierte Koroma zu seinem Wahlsieg. Zugleich würdigte Präsidentensprecher Carney die demokratischen Fortschritte in dem westafrikanischen Land seit Ende des Bürgerkriegs 2002. Beobachter hatten den friedlichen Ablauf der ersten Wahl seit dem Bürgerkrieg ohne Unterstützung der UN gelobt.

Die Frage ist, ob die Opposition das Ergebnis akzeptiert

Als Nagelprobe für den weiteren Frieden im Land gilt, ob der 58 Jahre alte ehemalige General Bio das Ergebnis langfristig akzeptiert. Der Rivale behauptete, es sei bei der Wahl zu Manipulationen gekommen und forderte die Bürger auf, gegen das Ergebnis Beschwerde beim Obersten Gerichtshof einzulegen. Der Chef der EU-Wahlbeobachtermission, Richard Howitt, sagte, er hoffe, dass beide Parteien ihre militanten Anhänger weiter zur Gewaltfreiheit anhalten können.

Der kleine Staat Sierra Leone („Löwengebirge“) zählt zu den ärmsten Ländern Westafrikas. Die knapp sechs Millionen Menschen gehören 20 verschiedenen Völkern an, in der Mehrheit sind es Muslime.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit dpa/AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nahrungskrise durch Ebola Die Hilfe reicht nicht aus

Ebola bedroht die Nahrungsmittelproduktion in Westafrika. Hunderttausende Farmer verlassen ihre Felder. Auf dem Welternährungsgipfel in Iowa hat Sierra Leones Präsident die Weltgemeinschaft aufgefordert, die Hilfen aufzustocken. Mehr Von Joachim Müller-Jung, Des Moines/Iowa

16.10.2014, 21:47 Uhr | Wissen
Elfenbeinküste bereitet sich auf Ebola vor

In den Nachbarstaaten des westafrikanischen Landes - vor allem in Liberia, Guinea und Sierra Leone - sind bisher über 670 Menschen an dem Virus gestorben. Unter ihnen auch der Virologe Umar Khan, der vorher noch gewarnt hatte. Mehr

31.07.2014, 14:33 Uhr | Gesellschaft
Ebola-Epidemie Sorge vor Ebola-Ausbreitung steigt

Verdachtsfälle in Frankreich, Spanien und Dänemark schüren die Angst vor der Ausbreitung von Ebola in Europa – und rufen die Politik auf den Plan. Weltweit haben sich rund 9000 Menschen mit dem Virus infiziert, etwa halb so viele sind daran gestorben. Mehr

16.10.2014, 17:49 Uhr | Gesellschaft
Ebola in Sierra Leone Ein Land unter Quarantäne

Manchmal markiert nur ein Strich im Sand ein Quarantäne-Gebiet: In Sierra Leone kämpfen die Menschen unter widrigen Bedingungen gegen Ebola. F.A.Z.-Fotograf Daniel Pilar war in der Provinzhauptstadt Kenema unterwegs. Im Video erzählt er von seinen Eindrücken. Mehr

17.10.2014, 16:36 Uhr | Gesellschaft
Kubas Kampf gegen Ebola Die Chefärzte der internationalen Solidarität

Hunderte kubanische Helfer kämpfen in Westafrika gegen Ebola. Sie folgen damit einer revolutionären Tradition - und werden selbst von den Amerikanern gelobt. Mehr Von Matthias Rüb

23.10.2014, 09:48 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 24.11.2012, 14:01 Uhr

Lösegeld

Von Thomas Gutschker

Die Bundesregierung kauft deutsche Geiseln von Terroristen frei - für viele selbstverständlich. Ist es aber nicht: Sie fördert damit Terroristen und gefährdet das Leben anderer Staatsbürger. Der Rechtsstaat darf nicht erpressbar sein. Mehr 33 35