11.03.2007 · Vertreter der Vereinigten Staaten und Irans haben bei der internationalen Konferenz in Bagdad erstmals seit Beginn des Irak-Krieges direkt miteinander gesprochen. Es kam zu gegenseitigen Schuldzuweisungen. Iraks Ministerpräsident Maliki warnte vor einem Flächenbrand in der Region.
Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki hat auf einer internationalen Konferenz in Bagdad zur Zukunft seines Landes um Hilfe im Kampf gegen Extremisten geworben. Er warnte davor, dass die Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten auf den gesamten Nahen und Mittleren Osten übergreifen könnte.
An der Konferenz nahmen unter anderem Delegierte der sechs Nachbarländer des Iraks sowie der fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat teil. Sie dient der Vorbereitung einer Konferenz auf Ministerebene, die im nächsten Monat in Istanbul stattfinden soll.
Schlagabtausch Vereinigten Staaten und Iran
Der irakische Außenminister Hoschjar Sebari zeigte sich zufrieden über den Verlauf der Konferenz. Er sagte, zwischen den Delegationen Washingtons und Teherans habe es einen „direkten Austausch, ein Treffen und Diskussionen“ gegeben. Dabei sei es unter anderem um das künftige Zusammenwirken in der Irak-Politik gegangen.
Gleichwohl verlautete aus Teilnehmerkreisen, die Vereinigten Staaten und Iran hätten sich in ihren ersten direkten Gesprächen seit Beginn des Irak-Kriegs einen regelrechten Schlagabtausch geliefert. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Krise im Irak, hieß es in Bagdad.
Der amerikanische Delegierte David Satterfield warf in seinen Ausführungen Iran vor, schiitische Milizen im Irak zu bewaffnen. Daraufhin entgegnete laut einem Gewährsmann der iranische Delegationsleiter und stellvertretende Außenminister Abbas Araghtschi, Amerika versuche mit solchen Vorwürfen nur von ihrem Versagen im Irak abzulenken. Ein ranghoher Beamter im iranischen Außenministerium, Labid Abbawi, der an dem Treffen teilnahm, bestätigte, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Vertretern der Vereinigten Staaten und seines Landes gekommen sei, ohne dies näher zu beschreiben.
„Schlachtfeld von Sektierern“
Der Irak sei zum Schlachtfeld an der Front von Sektierern geworden, sagte Maliki. Er benötige deshalb breite Unterstützung, um eine Ausbreitung der Gewalt auf die gesamte Region zu verhindern. Terroristen müssten insbesondere von Waffenlieferungen und finanzieller Hilfe abgeschnitten werden. Auch der amerikanische Botschafter Khalilzad rief die Nachbarn des Iraks auf, die Regierung Maliki zu unterstützen.
Die Konferenz fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen im Außenministerium statt, das außerhalb der hermetisch abgeriegelten Grünen Zone liegt. Kurz nach der Eröffnung schlugen in unmittelbarer Nähe des Tagungsorts mindestens zwei Mörsergranaten ein. Im schiitischen Viertel Sadr City riss ein Selbstmordattentäter bei einem Autobombenanschlag mindestens 20 Menschen mit in den Tod. 48 weitere wurden laut Polizei verletzt.
Viele Tote bei Anschlag auf Pilger
Am Sonntag wurden bei einem Selbstmordanschlag auf schiitische Pilger mindestens 31 Menschen getötet und 23 weitere verletzt. Nach Angaben der Polizei steuerte der Attentäter seinen mit Sprengstoff beladenen Lkw in eine Autokolonne von Pilgern, die nach einem religiösen Fest in der heiligen Stadt Kerbela auf dem Heimweg waren. Bereits auf dem Weg nach Kerbela waren in der vergangenen Woche hunderte Menschen bei Anschlägen getötet worden.
In einem Büro der größten sunnitischen Partei riss ein Selbstmordattentäter in Mossul drei Menschen mit in den Tod, wie die Polizei mitteilte. Zwei Wachleute wurden verletzt. In Machmudija südlich von Bagdad kostete eine Bombenexplosion zwei Frauen in einem Auto das Leben.
Vietnam-Syndrom
walter kothe (nawerwirddenn)
- 11.03.2007, 11:15 Uhr
Terrorismus pur
uwe mildner (recfarm2)
- 11.03.2007, 15:21 Uhr
Der arme Pupe, er muß ja vorlesen, was die amies vorschreiben
Nice Day (rajabi)
- 11.03.2007, 15:40 Uhr