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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Serie von Attentaten Mehr als 100 Tote bei Anschlägen im Irak

 ·  Bei der schlimmsten Anschlagsserie seit zwei Jahren sind in Bagdad und nördlich der irakischen Hauptstadt mehr als 100 Menschen getötet worden. Zu den Angriffen bekannte sich bisher niemand.

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© REUTERS Spuren der Zerstörung in der Stadt Kirkuk

Der Irak ist am Montag mit einer offenbar koordinierten Anschlagsserie überzogen worden. Mindestens 107 Menschen wurden nach Behördenangaben vom Nachmittag bei Bombenanschlägen und Angriffen in mehr als einem Dutzend Städten getötet. Ziel waren vor allem die Sicherheitskräfte. In der Hauptstadt Bagdad explodierten Sprengsätze unter anderem im schiitischen Stadtteil Sadr City. Mindestens 15 Soldaten wurden getötet, als Bewaffnete am frühen Morgen eine Militärbasis etwa 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt angriffen. Es war der blutigste Tag im Irak seit mehr als zwei Jahren.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. In den irakischen Sicherheitskräften wurden radikale Islamisten als Täter vermutet. Der Anführer des irakischen Arms des Terrornetzes Al Qaida, Abu Bakr al Baghdadi, hatte erst vor wenigen Tagen eine neue Offensive angekündigt. „Al Qaida versucht die Botschaft auszusenden, dass es weiterhin stark und in der Lage ist, Zeit und Orte für Anschläge auszuwählen“, sagte der schiitische Parlamentsabgeordnete Hakim al Samili. Die Unfähigkeit, Geheimdienstinformationen über Terrorpläne zu sammeln oder diese zu stoppen, habe gezeigt, wie hilflos die Regierung sei, wenn es darum gehe, die Menschen zu schützen, sagte al Samili, der dem Sicherheits- und Verteidigungsausschuss angehört. Beobachter vermuten, dass Al Qaida die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen verschärfen will, um das Land zu destabilisieren.

Der UN-Sondergesandte für den Irak, Martin Kobler, sieht das Land trotz der Anschlagsserie nicht auseinanderfallen. Es gebe aber „zentrifugale Tendenzen“, und es sei nicht ausgeschlossen, dass sich sunnitische Provinzen nach dem Beispiel Kurdistans für autonom erklärten, sagte er am Montag in Berlin. Kobler kritisierte, dass die nach wie vor schwierige Sicherheitslage von den dortigen Akteuren weiterhin für „politische Grabenkämpfe“ entlang ethnischer und religiöser Linien genutzt werde. Die Gewalt im Irak war im Vergleich zu den blutigen Jahren 2006 und 2007 zurückgegangen, hat aber in den vergangenen Monaten wieder zugenommen.

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