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Wegen Belästigungsvorwürfen : Amerikanischer Senator Al Franken tritt zurück

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Senator Al Franken kündigte am Donnerstag in Washington aufgrund von Belästigungsvorwürfen seinen Rücktritt an. Bild: dpa

Dr amerikanische Senator Al Franken hat wegen Belästigungsvorwürfen seinen Rücktritt angekündigt. Jedoch nicht, ohne in seine Erklärung eine Spitze gegen Donald Trump und dessen Umgang mit Frauen einzubauen.

          Der bekannte amerikanische Senator Al Franken von den oppositionellen Demokraten hat nach Belästigungsvorwürfen seinen Rücktritt angekündigt. Er begründete dies am Donnerstag bei einer Ansprache in der Kongresskammer damit, dass er sich wegen der von mehreren Frauen gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht mehr voll auf seine Aufgaben als Senator konzentrieren könne.

          Franken ist bereits der zweite Parlamentarier der Demokraten in wenigen Tagen, der wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung seinen Rückzug erklärt hat. Am Dienstag hatte das dienstälteste Mitglied des amerikanischen Kongresses, der 88-jährige John Conyers, wegen solcher Anschuldigungen seinen Wechsel in den Ruhestand erklärt.

          Franken sagte nun, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe hätten ihn „schockiert“ und „verstört“. Allerdings verdienten es alle Frauen, „angehört“ zu werden, und dass ihre Erfahrungen „ernst genommen werden“. Der scheidende Senator beteuerte, einige der gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien „einfach nicht wahr“, an andere der von den Frauen beschriebenen Erlebnisse habe er eine andere Erinnerung.

          Franken war früher Komiker

          In seine Rücktrittserklärung baute der für seine Scharfzüngigkeit bekannte Franken eine Spitze gegen Präsident Donald Trump ein. Es liege eine „gewisse Ironie“ darin, dass er seinen Hut nehme, während ein Mann, der sich mit sexuellen Attacken gebrüstet habe, „im Oval Office sitzt“, sagte er.

          Damit bezog sich Franken auf den im Wahlkampf 2016 aufgetauchten Mitschnitt eines Gesprächs, in dem Trump damit geprahlt hatte, dass er sich als Prominenter bei Frauen alles erlauben können - auch etwa, ihnen zwischen die Beine zu greifen.

          Mehrere Frauen werfen dem Präsidenten auch sexuelle Übergriffe vor - was Trump aber nicht daran hinderte, Franken wegen der gegen diesen erhobenen Belästigungsvorwürfe heftig zu attackieren. Er verhöhnte den Senator als „Al Frankenstein“, nachdem ein Foto veröffentlicht worden war, das Franken dabei zeigte, wie er der schlafenden Moderatorin Leeann Tweeden an die Brüste greift.

          Franken ist von mindestens sieben Frauen beschuldigt worden, sie in unangemessener Weise berührt oder geküsst zu haben. Die Mehrheit seiner Parteikollegen im Senat hatte am Mittwoch seinen Rücktritt gefordert. Ursprünglich hatte Franken trotz der Vorwürfe sein Mandat behalten wollen. Vergeblich versuchte er den Skandal dadurch zu bewältigen, dass er seine Kooperation mit dem Ethikausschuss des Senats bei Untersuchung der Vorwürfe zusagte.

          Franken gehörte der Kongresskammer seit neun Jahren an. Er war früher Komiker und einer der Stars der populären Fernsehsendung „Saturday Night Live“.

          Quelle: AFP

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