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Sechsfache Schallgeschwindigkeit Test von Hyperschall-Jet fehlgeschlagen

 ·  Der Test eines Fluggeräts mit sechsfacher Schallgeschwindigkeit ist fehlgeschlagen. Das hat die amerikanische Luftwaffe mitgeteilt. Der Hyperschalljet „Waverider“ sei über dem Pazifik „verloren gegangen“.

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© dpa Das Fluggerät kurz vor dem eigenen Start noch unter dem Flügel eines B52-Bombers

Der Test eines Fluggeräts der amerikanischen Luftwaffe, das sechsfache Schallgeschwindigkeit erreichen sollte, ist fehlgeschlagen. Das teilte die amerikanische Luftwaffe am Mittwoch mit. Demnach löste sich der unbemannte Hyperschalljet X-51A „Waverider“ (Wellenreiter) bei dem Testflug am Dienstag zwar planmäßig von dem B-52-Bomber, der ihn über den Pazifik getragen hatte. Wenige Sekunden später aber sei ein Problem mit einem Kontrollruder festgestellt worden und die Maschine kurz darauf verloren gegangen.

Der Bomber mit dem „Wellenreiter“ war vom Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien aufgestiegen. Der Experimentalflieger, der gemeinsam mit dem Flugzeughersteller Boeing entwickelt wurde, sollte nach dem Abkoppeln auf eine Geschwindigkeit von 7000 Kilometern pro Stunde kommen. Das Fluggerät wurde Wellenreiter getauft, da es auf den durch seine hohe Geschwindigkeit erzeugten Schockwellen reitet und dadurch weiter beschleunigt. Insgesamt sollte das Fluggerät bei dem Test die Geschwindigkeit von Mach 6 für 300 Sekunden halten.

Überschall-Militärmaschine bei Testflug abgestürzt

„Scramjet“-Technik

Der Jet sollte nach der Beschleunigung derart schnell fliegen, dass die an seiner Vorderseite eintretende Luft im Inneren des stromlinienförmigen Fluggerätes von alleine extrem stark verdichtet wird. Der in diesem Luftstrom gezündete Treibstoff beschleunigt den Flugkörper dann weiter. Diese „Scramjet“-Technik arbeitet nach dem seit langer Zeit bekannten Prinzip des Staustrahl-Triebwerkes. Dieses kommt mit viel weniger Teilen aus als herkömmliche Turbinen. Vereinfacht beschrieben handelt es sich dabei um eine sich selbst beschleunigende Düse.

Bisher ist allerdings noch kein Testflug des acht Meter langen Geschosses nach Plan verlaufen. Der erste im Mai 2010 endete früher als geplant nach etwa drei Minuten. Von einst vier Prototypen des X-51A steht dem Pentagon nunmehr nur noch ein Exemplar zur Verfügung.

In der Mitteilung der amerikanischen Luftwaffe hieß es, dass sich der Jet über dem Wasser sicher vom Trägerbomber gelöst habe und der Raketenantrieb planmäßig gezündet worden sei. Nach 16 Sekunden sei jedoch ein Problem mit einem der Kontrollruder aufgetreten. Als sich der „Wellenreiter“ etwa 15 Sekunden später vom Raketenantrieb getrennt habe, sei er außer Kontrolle geraten. Die „Scramjet“-Technik könnte blitzschnelle Militärschläge aus der Luft möglich machen.

Eine Beförderung von Passagieren ist beim derzeitigen Stand der Technik allerdings noch utopisch. Tests mit derartigen Hyperschall-Geräten sind jedoch nicht völlig neu: Ein älteres Modell „X-43“ erreichte mit diesem „Scramjet“-Prinzip (supersonic-combustion ramjet) 2004 bereits eine Geschwindigkeit von rund Mach 10 - etwa 11.000 Kilometer pro Stunde.

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Von Klaus-Dieter Frankenberger

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