http://www.faz.net/-gpf-7l4l7

Schweden : Als Kraft unterschätzt

  • Aktualisiert am

Jimmie Akesson ist Vorsitzender der Schwedendemokraten, die die Dänische Volkspartei zum Vorbild hat Bild: dapd

In diesem Jahr kämpfen „Die Schwedendemokraten“ um den Wiedereinzug in den Reichstag.

          Den Schwedendemokraten (SD) gilt die Dänische Volkspartei als Vorbild. Wie die Partei es geschafft hat, sich im Parlament zu etablieren und sogar Einfluss auf die Regierungspolitik auszuüben - das möchten die SD ihr gerne nachmachen. Daher dürfte es seine Wirkung nicht verfehlt haben, als auf dem Parteitag der SD Ende 2013 der für EU-Politik zuständige Vertreter der Volkspartei Karsten Lorentzen bei seiner Gastrede warnte: vor einem Bündnis mit dem Front National von Marine Le Pen und dem belgischen Vlaams Belang im Europaparlament. Es habe eine große Bedeutung für die Innenpolitik, mit wem man in Europa zusammenarbeite, sagte er. Und: „Gebt euren Gegnern keinen Anlass, euch anzugreifen.“ Für die SD ist 2014 ein wichtiges Jahr. Nicht nur, weil sie damit rechnen können, in das Europaparlament einzuziehen, sondern vor allem auch, weil im September der neue Reichstag gewählt wird. 2010 waren sie erstmals eingezogen, und auch wenn es der liberal-konservativen Regierung seitdem an einer eigenen Mehrheit fehlt, hatten die Rechtspopulisten wenig von ihrer Schlüsselstellung: Sie wurden ignoriert. In diesem Jahr aber könnten die SD sogar noch hinzugewinnen - und es so schwerer machen, sie auch künftig zu ignorieren. Der Parteivorsitzende Jimmie Åkesson versucht schon lange, seine Partei aus der rechtsextremen Nische zu holen, der sie entsprang, und ihr einen seriösen Anstrich zu verpassen. Die SD geben sich bieder, „Sicherheit“ ist eines ihrer Lieblingsschlagwörter, eine streng regulierte Einwanderungspolitik eine ihrer wichtigsten Forderungen. Sie gibt sich zudem EU-kritisch, will gegen den Einfluss von Brüssel kämpfen und fordert eine Neuverhandlung zum einen der schwedischen EU-Mitgliedschaft (der dann eine Volksabstimmung folgen soll) und zum anderen des Schengen-Abkommens, um den Grenzschutz wieder zu stärken. Im Oktober traf Åkesson in Stockholm die französische FN-Vorsitzende Marine Le Pen. Ein Bekenntnis zu ihrer geplanten Allianz vermied er danach wie auch später auf dem Parteitag. (mawy.)

          Quelle: F.A.Z., mawy.

          Weitere Themen

          „An der inneren Solidarität arbeiten“ Video-Seite öffnen

          Europäische Union : „An der inneren Solidarität arbeiten“

          Wie Europa die Flüchtlingskrise bewältigen soll? Darüber gibt es beim EU-Gipfel in Brüssel keine Einigung. Beim Austritt Großbritanniens sei man allerdings einen großen Schritt weitergekommen, so Bundeskanzlerin Angela Merkel.

          Die SPD und der Tag der Entscheidung

          Der Tag : Die SPD und der Tag der Entscheidung

          Der EU-Gipfel berät über die Brexit-Verhandlungen und eine Stärkung der Eurozone. Die SPD entscheidet über eine Regierungs-Sondierung mit der Union. In Nürnberg findet der CSU-Parteitag statt. Der Aufsichtsrat entscheidet über einen Eröffnungstermin für den BER.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          CSU-Parteitag : Eine Art von Normalität

          Auf dem Parteitag in Nürnberg will die CSU unbedingt Geschlossenheit demonstrieren, auch im Verhältnis zwischen der neuen Doppelspitze. Notfalls auch mit einem Kniff.

          Regierungssuche : SPD-Parteispitze für Sondierungen mit Union

          Trotz massiven Widerstands in der eigenen Partei will der SPD-Parteivorstand offenbar mit CDU/CSU Gespräche über eine Regierungsbeteiligung führen. Ein prominenter Sozialdemokrat wird nicht daran teilnehmen.
          Wirklich so schlimm? Nein! Der Psychiater Christian Dogs sagt, die Deutschen sind nicht so krank, wie seine Zunft es ihnen einreden möchte.

          Psychiater Christian Dogs : „Rennt nicht sofort zum Therapeuten!“

          Wie krank sind die Deutschen? Auf jeden Fall weniger krank, als Therapeuten es ihnen einreden wollen. Ein Gespräch mit dem Psychiater Christian Dogs über das Geschäft mit der eingebildeten Depression, die tristen Ehen von Managern und die lahme Generation Y.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.