http://www.faz.net/-gpf-75na2
 

Sarkozy : Schmiermittel

  • -Aktualisiert am

Mit der Justiz standen François Hollandes Amtsvorgänger in den letzten drei Jahrzehnten allesamt auf Kriegsfuß. Viele Franzosen sehen dadurch eine alte Binsenweisheit bestätigt: Geld regiert die Welt.

          Es ist zur traurigen Routine geworden, dass französische Präsidenten nach dem Ende ihrer Amtszeit von der Justiz verfolgt werden. Im Fall von Jacques Chirac, der lange Jahre Bürgermeister von Paris gewesen war, ging es um städtische Angestellte, die in Wirklichkeit für Chiracs Partei und Karriere gearbeitet hatten. Im Unterschied zu Mitterrand, der starb, bevor er wegen von ihm angeordneter illegaler Abhöraktionen belangt werden konnte, wurde Chirac als erster Präsident der Republik zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

          Nun haben Nicolas Sarkozy Affären eingeholt, deren Beginn vor seiner Amtszeit liegt. Immer geht es um Geld, mit dem Wahlkämpfe finanziert werden oder das als Schmiermittel im politischen Betrieb unentbehrlich zu sein scheint. Im Fall Sarkozy ist unklar, ob Anklage erhoben wird: Die Beweislage ist schwierig, in einem Fall sind der Geheimdienst und diverse Mittelsmänner involviert. Aber die Sache erhält öffentlich wirksame Plausibilität auch deshalb, weil Sarkozy im Wahlkampf offenbar mehr Geld ausgegeben hat, als gesetzlich zulässig war. Das bestätigt vielen Franzosen eine alte Binsenweisheit: Geld regiert die Welt.

          Topmeldungen

          Moderator Frank Plasberg mit seinen Gästen

          TV-Kritik: „hart aber fair“ : Ein Fall für den Presserat

          Die Fälle, über die Frank Plasberg in seiner Sendung über eine überlastete Justiz diskutiert, sind schrecklich. Doch Medien dürfen deswegen nicht zum Pranger werden. Ein Gast hat das nicht verstanden.

          AKK-Nachfolge an der Saar : Die zweite Überraschung

          Dass Annegret Kramp-Karrenbauer CDU-Generalsekretärin werden soll, gilt manchem in der Union nicht gerade als der erhoffte Generationswechsel. Den vollzieht die saarländische Ministerpräsidentin dafür zu Hause in Saarbrücken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.