23.10.2008 · Nicolas Sarkozy hält trotz Kritik aus Deutschland an seinem Vorhaben fest: Um in der Finanzkrise wichtige Industriekonzerne vor Übernahmen zu schützen, hat Frankreichs Präsident die Gründung eines Staatsfonds beschlossen. Außerdem kündigte Frankreich ein außerordentliches EU-Gipfeltreffen an.
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Oh, törichtes, närrisches Volk 2.0
*Aber in der Branche wird dennoch aufmerksam registriert, dass der amerikanische Finanzminister Henry Paulson auch gesunden Banken staatliches Eigenkapital geben will, damit sie andere Institute aufkaufen können. Aus Sicht der amerikanischen Regierung macht es strategisch Sinn, in der Krise die starken Häuser zu unterstützen, erläutert der Konstanzer Finanzprofessor Günter Franke. "Man schützt sich damit vor Übernahmen von außen, etwa durch gut kapitalisierte japanische Banken", sagt er.* Aus FAZ.NET von heute. Man sieht daran, daß die Leute die Sarko hier und anderswo ein "Armutszeugnis" ausstellen offensichtlich eine gestörte Wahrnehmung haben. Aber Lobbyisten und Ideologen sind halt schon immer kreativ in ihrer "Argumentation" gewesen...
Frankreich braucht Tag für Tag Kapitaleinfuhr
um sein Aussenhandelsdefizit auszugleichen. Wie soll das sich mit Protektionismus vertragen?
Oh, törichtes, närrisches Volk.
Oh, törichtes, närrisches Volk. Längst sind die Zinnen dieser Burg in der Hand des Feindes. Nicht verloren im ehrlichen Kampfe, durch Klirren der Schwerter, dem Sirren der Bögen und dem dumpfen Hall des Rammbocks, zu schlagen eine Bresche in das Bollwerk. Nein, durch feigen, schnöden Verrat der Oberen, die heimlich öffneten die Pforten, dem Feind Einlass zu gewähren. (unbekannt) Sarko hat recht.
Schon die Landwirtschaft wird ständig subventioniert. Und jetzt die Industrie? Absolutes Armutszeugnis: Also keinen Cent in französische Unternehmen! Auch nicht über die EU. Es lohnt nicht.
Da gibts viel Geschwätz drum - aber es kommt bei einem Staatsfond sehr auf das Konzept und die praktische Umsetzung an. Wenn Sarkozy oder andere Politiker der Meinung sind, die Aktien der einheimischen Unternehmen seien unterbewertet, dann sollten sie am Markt Aktien kaufen, wie das Temasek und andere auch machen. Dadurch werden Investmentfonds der Bürger gestützt etc. - und wenn sich die Firmen gut entwickeln, verkauft man später die Aktien wieder. Wenn die staatlichen Manager als Großanleger vernünftig sind, ist das grundsätzlich gut. Sonstige Hilfen und Massnahmen sind eher zweifelhaft, vor allem, da es häufig heute staatlich (mit direktem Einfluss durch Politiker) kontrollierte Banken und Unternehmen sind, die sich in den letzten Jahren durch Miss-Managment auszeichneten. (Landesbanken etc.)
Ähnliches geschieht doch schon in Deutschland. In Hamburg hat man gerade den Verkauf der Reederei HapagLoyd an einen ausländischen Investor (aus Singapur) verhindert. Weil man der Meinung war, das der Investor nicht nur aus rein wirtschaftlichen Gründen investiert, sondern mit seinem Investment auch bestimmte Interessen seines Heimatlandes verfolgt. Michel Glos hat das hamburgische Käufer-Konsortium nicht unterstützt - aus ideologischen Gründen ("jeder ausländische Investor ist willkommen, wir sind ein offenes Land"). Wirtschaftliche Macht heißt aber auch politischer Einfluss, und ausländische Investoren sind nicht grundsätzlich (länder-) politisch neutral. Anscheinend hat Hr.Glos seinen Amtseid vergessen - oder ist ihm das alles einfach nur lästig, weil es seinen Müller-Schlaf stört?
Typisch französisch (und bald auch typisch deutsch?)
Wer Frankreich ein wenig kennt, den sollten die Pläne von Sarkozy nicht überraschen. Denn Frankreich ist das Land, wo selbst die Konservativen wie Sozialdemokraten reden, wo die Idee der freien Marktwirtschaft reflexhaft auf breiten Widerstand stößt, und wo das Wort "liberal" ein Schimpfwort ist. Bevor wir Deutschen uns über die Staatsgläubigkeit der Franzosen lustig machen, sollten wir jedoch bedenken, wie es um unser eigenes Land bestellt ist. Denn mit dem allgegenwärtigen Linksruck ist Deutschland gerade selbt auf dem besten Wege, ein zweites Frankreich zu werden.
Once in India, a man announced to villagers that he would buy monkeys for $10. The villagers tarted catching them. The man bought thousands at $10, but the supply diminished. The man further announced that he would now buy at $20. This renewed the efforts of the villagers and they started catching monkeys again. Soon the supply diminished even further and people started going back to their farms. The offer rate increased to $25 and the supply of monkeys became so little that it was an effort to even see a monkey, let alone catch it! The man now announced that he would buy monkeys at $50! However, his assistant would now act as buyer, on his behalf. In the absence of the man, due to the shortage of monkeys in the forest, the assistant told the villagers: "Look at all these monkeys in the big cage. I will sell them to you at $35 and when he returns from the city, you can sell them back to him for $50!" The villagers squeezed together their savings and bought all the monkeys. Then they never saw the man or his assistant again, only monkeys everywhere.
die UdSFR (Sozialistische Union der Sozialistischen Franzrepubliken) vielleicht aus der EU ausschließen? Alternativ könnte man statt Agrarsubventionen auch Backsteine, Mörtel und Gardinen für Wachtürme liefern... Und wer Angst hat, dass Ausländer deutsche Unternehmen übernehmen, sollte sich einmal anschauen, was deutsche Konzerne im Ausland veranstalten - wir stehen da bestimmt nicht schlecht da. T-Mobile und Post/DHL greifen in fast allen Ländern massiv in Sachen Kommunikation und Logistik an und übernehmen langsam diese Schlüsselindustrien in vielen Ländern. Frankreich steht da bescheiden da. Aber das liegt daran, dass sie ihre Unternehmen aus sozialistischen Gründen so verkr*****n, dass sie nicht wettbewerbsfähig sind und keine Chancen haben, im Ausland auf Shoppingtour zu gehen. Glaubt hier allen Ernstes jemand, Sarkozy würde so steinzeitlich argumentieren, wenn die französische Großindustrie so leistungsfähig wäre wie die deutsche? Ganz bestimmt nicht, er würde massiv Druck ausüben, damit französische Industrien kaufen können - so wie die Bundesrepublik es z.B. bei EON und Endesa hätte tun sollen. Defensiv und protektionistisch zu werden hilft nicht weiter, Angriff ist die beste Verteidigung.
Le Grande Nation bedeutet,dass die Nation Grande geworden war,davor waren es die
Adligen,die man in Frankreich damals Grande titulierte. Vor der Franzosischen Revolution nannten die Herren "Grande" das Volk plebs... Aus dem plebs ist dann die Grande geworden und die vorherigen Grande wurden etwas kleiner. Das Wort Grande bedeutet hier nicht Groesse,sondern Freies Volk = Grande Nation.
....das ureigenste französische Selbstverständnis eine "Grande Nation" zu sein diesem völlig unsinnigen Vorhaben? Bis jetzt waren doch Staatsfonds typischerweise in Ländern beheimatet, die über einen übermässigen Reichtum - meist an Bodenschätzen - im Verhältnis zu Einwohnern beziehungsweise Fläche verfügen. Also Haushaltsüberschüsse produzieren und sich nicht einmal dagegen wehren können. Habe ich die Schlagzeilen verpasst, dass Frankreich auf Oel gestossen ist, schrumpft, oder noch unwahrscheinlicher, Haushaltsüberschüsse produzieren wird? Man könnte ja insgeheim darüber schmunzeln, wenn sich Frankreich auf den Weg in Richtung - Steinzeit? - macht, sässe man nicht im gleichen europäischen Boot. Aber vielleicht kommen ja schon an der nächsten Wegmarke - Planwirtschaft - Zweifel auf an der eingeschlagenen Marschrichtung. On verra - schaun' mer mal!
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte, das Vorhaben widerspreche „allen erfolgreichen Grundsätzen unserer Wirtschaftspolitik“. Recht hat der Müllermeister. Erst wenn unsere Gasversorgung vollständig in den Händen von Gazprom und den Mullahs liegt, die Ölversorgung Endgültig von der Wetterlage bei Exxon und den amerikanischen Spießgesellen in Saudi Arabien abhängt und die Verkehrs- und Nachrichteninfrastruktur vollständig in den Händen obskurer Hedgefonds, die ja bekanntlich zum überwiegenden Teil auf den Cayman Inseln gelistet sind, hat Deutschland eine Zukunft. Fragt sich bloß als was...
Die Naivität und Provinzialität der Bundesregierung und ihrer engsten Berater
Als 1949 als letzte Bastion der Kuomintang Shanghai an Mao und Tzu-Enlai fiel, siedelten die Elite-Clans jener Stadt nach Hong Kong über, von wo aus sie bis heute als Taipan die wirtschaftlichen Geschicke ganz Asiens einschließlich Chinas beherrschen. In Kalkutta erst hört ihre Macht auf. Eben noch fragen wir uns, warum das kleine Bergvolk wie die Maus den chinesischen Elefanten so perhorresziert (die kleine graue Maus bedroht die Atemwege wenn sie in den Rüssel kriecht) oder wie wir mit den frauenfeindlichen und strafrechtlich völlig inakzeptablen Praktiken im Morgenland umgehen. Die Debatte um den auf dynastischen Clan-Mitteln, Rohstoffen und Währungsüberschüssen beruhenden Reichtum der Staatsfonds aus dem Reich der Mitte und aus dem Morgenland, ihr Demokratieverständnis, Frauenbild und Verhältnis zu geistigem Eigentum hat hierzulande noch nicht begonnen. Wir werden es uns nicht leisten können, uns vom von der Euroskepsis befallenen, dem amerikanischen Raketenschutzschild verfallenen, Mann im Hradschin vorschreiben zu lassen, wie wir europäisches Krisenmanagement betreiben. Ein Verkauf von in der Krise unterbewerteten Perlen kann zumindest nicht ohne Debatte über die Absichten eines jeden ausländischen Bieters zugelassen werden.
Une bonne quantité de nationalité
Ein guter Anteil Staatswirtschaft kann nicht verkehrt sein und wenn Sarkozy dies nun zum Wohle Frankreichs beschliesst, dann sollte hier niemand rumnörgeln. Zwar ist Sarkozy immer etwas absolutistisch in seinen Entscheidungen, doch sollte sich das Kind von Immigranten, das Präsident werden konnte auch ruhig etwas nationalistisch geben dürfen. Es macht jedenfalls keinen Sinn kranken Banken weiterhin alle Vollmachten zu überlassen und das wird ganz sicher schon sehr bald auch in Bayern zu weiteren Konsequenzen führen.