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Sarah Palin Die unbändige Fackelträgerin bei „Fox“

12.01.2010 ·  Wenn es eine Krise gewesen sein sollte, so währte sie nur kurz: Die frühere Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, 2008 McCains Vizepräsidentenkandidatin, ist wieder obenauf. Ihre Memoiren führen die Bestsellerlisten an, nun beginnt sie als Kommentatorin für „Fox News“.

Von Matthias Rüb, Washington
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Wenn es eine Krise gewesen sein sollte, so währte sie nur kurz: Sarah Palin, Vizepräsidentenkandidatin unter John McCain 2008 und bis zu ihrem abrupten Rücktritt vom Juli 2009 Gouverneurin von Alaska, ist wieder obenauf. Vor allem und zuerst auf den Bestsellerlisten für Sachbücher, die sie seit der Veröffentlichung ihrer 413 Seiten starken Memoiren unter dem Titel „Going Rogue. An American Life“ (etwa: „Immer unbändig sein. Ein amerikanisches Leben“) Ende November anführt.

Auch in dem am Dienstag erschienenen Buch „Game Change“, in dem die Journalisten Mark Halperin und John Heilemann die saftigsten Nachrichten aus dem Wahlkampf 2008 ausbreiten, kommt Sarah Palin ausgiebig vor. Die wichtigste, wenn auch nicht ganz neue Nachricht über sie lautet: Die damals landesweit noch wenig bekannte Gouverneurin aus dem Städtchen Wasilla habe auf den Anruf John McCains, der ihr im August 2008 zur allgemeinen Überraschung den Posten als „runnung mate“ angetragen hatte, überhaupt nicht überrascht reagiert. Vielmehr habe sie damit gerechnet, dass Gott sie nicht nur für den Posten der ersten weiblichen und jüngsten Gouverneurin Alaskas ausersehen habe, sondern noch für weitere Aufgaben.

Ob zu diesen Aufgaben der göttlichen Vorsehung für Sarah Palin in Zukunft auch wieder ein politisches Amt gehört, wird in Amerika fortwährend gerätselt. Sarah Palin ist erst 45 Jahre alt und hat daher noch Chancen bei Wahlen für ein nationales Amt. Sie ist vor allem eine der kontroversesten politischen Gestalten der vergangenen Jahre - als moralische Fackelträgerin verehrt von ihren konservativen Anhängern, als intellektuelles Leichtgewicht verachtet von vielen Linken.

Vorerst aber wird Sarah Palin dem Beispiel des früheren Gouverneurs von Arkansas und Präsidentschaftskandidaten Mike Huckabee folgen, der seit einem Jahr beim konservativen Nachrichtensender „Fox News“ eine erfolgreiche eigene Sendung hat, bei der er nicht nur die Interviews selbst führt, sondern auch die Bassgitarre spielt. Seinem Ruf als Politiker hat das bisher nicht geschadet - im Gegenteil.

Auf einen solchen Effekt hofft offenbar auch Sarah Palin (neben der gewiss anständigen Bezahlung durch den zu Rupert Murdochs Medienreich gehörenden Sender), wenn sie bald als Kommentatorin für „Fox News“ tätig wird. Palin selbst sagte, es sei wunderbar zu einer Redaktion zu gehören, die eine „faire und ausgewogene Berichterstattung so sehr schätzt“ - und zudem in 90 Millionen Haushalten empfangen wird, womit sie viele potentielle Wähler erreicht.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

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