Während der amerikanische Präsident Donald Trump seinen Vorschlag einer amerikanisch-russischen Sondereinheit für Sicherheit im Internet bereits verworfen hat, hält Russland offenbar an dem Plan fest. Man müsse das Thema nicht sofort angehen, sagte die russische Unterhändlerin Swetlana Lukasch am Montag. „Wahrscheinlich ist Trump noch nicht bereit.“ Sie schließe aber nicht aus, dass es am Ende eine Kommission für Sicherheit im Internet geben werde, die entweder bilateral von Russland und den Vereinigten Staaten getragen oder von den Vereinten Nationen betreut werde.
Trump hatte nach seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels in Hamburg die Absicht einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zu dem Thema verkündet – und dafür in den Vereinigten Staaten angesichts der Russland angelasteten Hackerangriffe im amerikanischen Wahlkampf teilweise sogar beißenden Spott geerntet.
Sich mit Putin auf eine Arbeitsgruppe zur Cybersicherheit zu verständigen, das sei so, „als ob Polizisten und Bankräuber übereinkommen, eine Arbeitsgruppe über Bankraub zu bilden“, erklärte beispielsweise der Topdemokrat Chuck Schumer. Führende Republikaner erklärten, Russland werde selbst der Manipulation verdächtigt und sei deshalb nicht vertrauenswürdig.
Trump reagierte auf die Kritik und twitterte am Sonntagabend: „Die Tatsache, dass Präsident Putin und ich über eine Einheit für Cybersicherheit gesprochen haben, bedeutet nicht, dass ich denke, dass es dazu kommen kann. Das kann es nicht.“
In den Vereinigten Staaten gehen derzeit mehrere Gremien dem Verdacht nach, Russland habe durch das Ausspionieren vertraulicher Daten die amerikanischen Präsidentenwahl beeinflusst. Zudem geht es um die Frage, ob es geheime Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern der Moskauer Regierung gab. Trump weist dies ebenso zurück wie Russland den Vorwurf einer Einmischung in den Wahlkampf.
