09.09.2010 · Bei einem Autobombenanschlag auf einen belebten Markt in der russischen Großstadt Wladikawkas im Nordkaukasus sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Lage in der Region gerät trotz starker Präsenz von Sicherheitskräften zunehmend außer Kontrolle.
Bei einem Selbstmordanschlag mutmaßlicher Islamisten auf einen belebten Markt in der russischen Großstadt Wladikawkas im Nordkaukasus sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Etwa 80 weitere seien bei dem Attentat am Donnerstag verletzt worden, als eine Autobombe mit einer Sprengkraft von zehn Kilogramm TNT explodierte. Das teilte das Innenministerium der Teilrepublik Nordossetien nach Angaben der Agentur Interfax mit.
Im nordossetischen Beslan hatten vor sechs Jahren Islamisten den bisher schwersten Anschlag in Russland verübt. Damals starben mehr als 330 Menschen, darunter 168 Kinder. Die Region im Konfliktgebiet Nordkaukasus galt zuletzt als vergleichsweise ruhig.
Kremlchef Dmitri Medwedew beorderte seinen Sondergesandten für den Nordkaukasus, Alexander Chloponin, zum Anschlagsort. Die Lage in der Region gerät trotz milliardenschwerer Investitionen und starker Präsenz von Sicherheitskräften zunehmend außer Kontrolle.
In den nahen Konfliktrepubliken wie Tschetschenien und Dagestan kämpfen islamistische Separatisten gegen kremltreue Einheiten für ein unabhängiges „Kaukasus-Emirat“. Mittlerweile steigt die Zahl der Terroranschläge in südrussischen Städten. Die Untergrundkämpfer hatten wiederholt angekündigt, den Terror auszuweiten.