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Russland Kasparow kandidiert bei Präsidentenwahl

01.10.2007 ·  Der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow tritt für das Oppositionsbündnis „Das andere Russland“ bei der Präsidentenwahl an. Gegen Putins noch zu ernennenden Wunschkandidaten ist er aber praktisch chancenlos.

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Der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow soll für das Oppositionsbündnis „Das andere Russland“ bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr antreten. Bei einem Parteitag der Gruppierung am Wochenende habe eine große Mehrheit für den Kreml-Kritiker als Kandidaten gestimmt, sagte eine Sprecherin. Zu den Mitbewerbern des 44 Jahre alten Kasparow gehörten der ehemalige Ministerpräsident Michail Kassjanow und der frühere Zentralbankchef Viktor Geratschenko.

Während Kasparow im Westen hohes Ansehen genießt, spielt sein Bündnis in Meinungsumfragen in Russland selbst bislang kaum eine Rolle. Das neue Staatsoberhaupt des Landes wird im März gewählt. Wladimir Putin tritt dann nach zwei Amtszeiten nicht mehr an. Weithin wird aber erwartet, dass er seinen Favoriten für den Posten bald in Stellung bringt. Zuletzt hatte Putin von fünf in Frage kommenden Kandidaten gesprochen. Außer dem neuen Ministerpräsidenten Viktor Subkow nannte er aber keinen davon namentlich.

Zerstrittene Opposition

Kasparow sagte nach seiner Nominierung, dass seine Partei einen schwierigen Weg vor sich habe. Sie könne die Wahl aber gewinnen, „wenn wir geeint bleiben“. Er wolle mit den anderen Oppositionsparteien, die untereinander zerstritten sind, verhandeln. Allerdings hat Kassjanow bereits angekündigt, er werde bei der Präsidentenwahl auch dann kandidieren, wenn er von seiner Partei nicht nominiert würde.

Kasparow war vor gut zwei Jahren in die Politik gegangen und kündigte damals an, die „Diktatur Putins“ herausfordern zu wollen. In kurzer Zeit wurde er einer der bekanntesten Führer der russischen Opposition.

Gleichwohl wollen laut einer Umfrage des unabhängigen Instituts Lewada nur etwa drei Prozent der Wahlberechtigten für einen Kandidaten der liberalen Opposition stimmen. Der erste stellvertretende Regierungschef Sergej Iwanow, einer der Vertrauten von Präsident Wladimir Putin, könnte dagegen mit etwa 34 Prozent der Stimmen rechnen.

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