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Veröffentlicht: 17.01.2017, 12:56 Uhr

Liebesgrüße aus Moskau Russland freut sich sehr auf Donald Trump

Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigt auf seiner Jahrespressekonferenz, wie sehr Moskau auf den neuen amerikanischen Präsidenten setzt. Gleichzeitig bekam Barack Obama noch einen Fußtritt.

© dpa Der russische Außenminister Sergej Lawrow

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Erwartung geäußert, dass der künftige amerikanische Präsident Donald Trump und dessen Regierung "nicht moralisieren", sondern sich bemühen würden, "die Interessen ihrer Partner zu verstehen". Es sei wichtiger, gemeinsame Interessen zu suchen, als sich mit "Messianismus" zu befassen, sagte Lawrow bei seiner Jahrespressekonferenz am Dienstag in Moskau. Lawrow sagte auch, wenn das, was Trump und dessen "Mannschaft" zur "Bereitschaft" gesagt hätten, mit Russland zusammen Lösungen gemeinsamer Probleme zu suchen, die Position der neuen Regierung in Washington werde, "dann werden wir mit Gegenseitigkeit antworten".

Zugleich warf der russische Außenminister der Regierung des scheidenden amerikanischen Präsidenten Barack Obama vor, mit den Berichten über russische Cyber-Angriffe im amerikanischen Wahlkampf Trump und Russland "aufeinanderhetzen" zu wollen. Solche Erklärungen machten diejenigen, deren Zeit ablaufe, sagte Lawrow. Es gelinge nicht länger, "liberale Werte" voranzutreiben, nach denen, so Lawrow, "im persönlichen Leben und in der Außenpolitik" alles erlaubt sei. Westliche Werte seien "postchristlich" und unterschieden sich "prinzipiell von russischen Traditionen, die in unserem Land von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurden und die wir sehr behutsam bewahren", sagte Lawrow. "Die Zeit der politischen Demagogen geht vorbei, deshalb werden alle möglichen Fakes erfunden."

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Auch mit Blick auf Vorwürfe aus europäischen Ländern sprach Lawrow von "aus den Fingern gesaugten Versuchen“, Beweise für russische Hacker-Angriffe zu finden. "Ich glaube, dass in Deutschland wie in vielen anderen Ländern die Unschuldsvermutung gilt. Deshalb beweist es", sagte Lawrow auf die Frage eines deutschen Journalisten über russische Hackerangriffe.

Lawrow beschwerte sich zudem über viele Versuche Washingtons, russische Diplomaten in den Vereinigten Staaten anzuwerben. In einem Fall seien 10.000 Dollar gezahlt worden, die nun "zum Wohle der Russischen Föderation arbeiten". Auch warf Lawrow amerikanischen Diplomaten vor, verkleidet an Demonstrationen der russischen Opposition teilzunehmen. Seit langem ist es ein Moskauer Vorwurf vor allem an Washington, Proteste der Opposition etwa gegen Wahlfälschungen zu fördern.

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