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Veröffentlicht: 11.01.2017, 03:31 Uhr

Russland „Der Kreml hat keine kompromittierenden Dokumente zu Trump“

Berichte eines früheren Agenten sorgen für Aufregung in Washington: Hat die russische Regierung kompromittierendes Material über Donald Trumps Privatleben gesammelt? Die amerikanischen Geheimdienste nehmen die Hinweise ernst – Moskau dementiert.

© AP Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump

Amerikanische Geheimdienste haben den designierten Präsidenten Donald Trump laut Berichten mehrerer Medien davor gewarnt, dass die russische Regierung möglicherweise kompromittierende Informationen über ihn verfüge. Wie der Fernsehsender CNN am Dienstag berichtete, legten Amerikas Geheimdienstchefs sowohl Trump als auch dem scheidenden Präsidenten Barack Obama ein Dokument vor, in dem behauptet wird, dass die Regierung in Moskau belastendes Material zum Privatleben und den Finanzen des designierten Präsidenten besitze. Trump dementierte, dass dies der Fall sei. Auch ein Sprecher des Kremls dementiert und vermutet „gezielte Falschinformationen“ hinter den Berichten. „Der Kreml hat keine kompromittierenden Dokumente zu Trump", sagte der Sprecher.

Das von den Geheimdienstchefs vorgelegte Papier basiert laut CNN auf Memos von einem früheren Agenten des britischen Geheimdienstes MI-6. Dieser betreibe inzwischen eine private Firma und habe die Berichte erst im Auftrag von Republikanern angefertigt, die Trump als Präsidentschaftskandidaten der Partei verhindern wollten. Nach der offiziellen Nominierung Trumps seien die Berichte von Unterstützern Hillary Clintons finanziert worden. Die Memos kursierten nach Angaben der „New York Times“ seit Wochen unter amerikanischen Journalisten. Das Internet-Portal Buzzfeed veröffentlichte am Dienstag eine Kopie der gesamten Memos im Wortlaut. Darin geht es unter anderem um angebliche Belege, die der russische Geheimdienst über Sexualpraktiken Trumps gesammelt haben soll.

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Informant soll als vertrauenswürdig gelten

Die amerikanischen Geheimdienste untersuchen laut „New York Times“, inwiefern die Informationen zutreffen. Bestätigt seien die Berichte des britischen Ex-Agenten nicht. Die amerikanische Bundespolizei FBI verfüge über die Unterlagen bereits seit Monaten, habe sie bisher aber nicht verifizieren können. Die frühere Arbeit des Agenten, der die Informationen lieferte, wird CNN zufolge von Geheimdienstmitarbeitern als vertrauenswürdig eingestuft. Die Geheimdienstchefs hielten die Berichte offensichtlich für relevant genug, um Trump und Obama davon in Kenntnis zu setzen.

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Die Memos des britischen Ex-Agenten basieren angeblich vor allem auf russischen Quellen. Den Angaben zufolge soll es während des Wahlkampfs einen Kommunikationsaustausch zwischen dem Trump-Team und den Russen gegeben haben. Trump wies die Berichte zurück. In einem Eintrag auf Twitter schrieb er, es handele sich um „Fake News“ und eine „politische Hexenjagd“. Der gewählte Präsident wollte am Mittwoch seine erste Pressekonferenz seit seinem Wahlsieg von Anfang November geben.

Die amerikanischen Geheimdienste werfen Russland seit Wochen vor, sich mit Cyberattacken in den Präsidentschaftswahlkampf eingemischt zu haben, um der Demokratin Clinton zu schaden und Trump zu begünstigen. Wegen dieser mutmaßlichen Einmischung verhängte der scheidende Präsident Barack Obama eine Reihe von Sanktionen gegen Moskau.

Trump dagegen zog die Geheimdiensterkenntnisse über die mutmaßlichen russischen Hackerattacken in Zweifel. Er hatte sich im Wahlkampf immer wieder lobend über die Führungsstärke des russischen Staatschefs Wladimir Putin geäußert und will die Beziehungen zu Russland verbessern. Seine milde Haltung gegenüber Moskau hatte in den vergangenen Monaten viele Spekulationen ausgelöst, dass Trump möglicherweise geheimgehaltene Geschäftsinteressen in Russland habe oder dort in einer anderen Weise kompromittiert sein könnte.

Träfen die Vorwürfe zu, dass es Absprachen zwischen der Trump-Kampagne und Russland gegeben habe und die Unabhängigkeit des angehenden Präsidenten dadurch kompromittiert sei, dann wäre dies „schockierend“ und „explosiv“, sagte der Senator Chris Coons von den Demokraten zu CNN.

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