In Russland ist laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens ein Anschlag auf Ministerpräsident Wladimir Putin verhindert worden. Der Anschlag sei kurz nach der ersten Runde der Präsidentenwahlen am 4. März geplant gewesen, hieß es in Moskau am Montagmorgen. Putin will sich abermals zum Staatsoberhaupt wählen lassen.
Das geplante Attentat sei von ukrainischen und russischen Geheimdiensten aufgedeckt worden. In der ukrainischen Schwarzmeerstadt Odessa seien zur internationalen Fahndung ausgeschriebene Terroristen gefasst worden, die den Anschlag auf Putin vorbereitet hätten. Das berichtete der vom Kreml kontrollierte Fernsehsender „Erster Kanal“ am Montagmorgen ohne Angaben von Quellen. Details sollen in der Abendsendung genannt werden.
„Dem Westen geht es um Rohstoffe, nicht um Menschenrechte“
Der Präsidentschaftskandidat hat dem Westen eine gefährliche Politik der Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder vorgeworfen. Es könne angesichts etwa der Konflikte in der arabischen Welt wie in Syrien der Eindruck entstehen, dem Westen gehe es nicht um Menschenrechte, sondern um den Zugriff auf die Rohstoffmärkte. Das schrieb Putin in einem Zeitungsbeitrag zur russischen Außenpolitik.
Den Vereinigten Staaten und der Nato gibt Putin eine Mitschuld daran, dass das Verlangen autoritärer Regime nach Atomwaffen aus Angst vor einem Militärangriff wachsen könne. „Wer keine Bombe hat, den erwartet eine humanitäre Intervention“, schreibt der russische Regierungschef in dem Wahlkampfartikel für die Zeitung „Moskowkije Nowosti“.
Putin fordert Nato zur Zurückhaltung auf
Zwar sei Russland gegen Nuklearwaffen etwa in Nordkorea. Drohungen gegen das Regime dort seien aber der falsche Weg, hieß in dem auch auf seiner Internetseite veröffentlichten Beitrag.
Putin, der am kommenden Sonntag wie schon 2000 und 2004 zum Präsidenten gewählt werden will, betonte außerdem, dass Iran das Recht auf eine friedliche Nutzung von Atomenergie haben müsse. Angesichts der Vorwürfe, das Land baue heimlich an Nuklearwaffen, sei die Gefahr eines Militärschlags gegen das Land samt der absehbaren „katastrophalen Folgen“ gewachsen. Putin forderte die Nato zur Zurückhaltung bei internationalen Konflikten wie aktuell in Syrien auf, um nicht die Rolle der Vereinten Nationen zu untergraben.
Die gewaltsame Politik des Westens habe auch dazu geführt, dass Russland wichtige Wirtschaftsmärkte in der arabischen Welt verloren habe. Er kündigte an, alles für den Wiederaufbau der Beziehungen zu tun. Russland werde an einer eigenständigen Außenpolitik als Faktor der Stabilität in der Welt festhalten, schrieb Putin.
„Verhältnis zu Washiington instabil“
Das russisch-amerikanische Verhältnis sei trotz vieler Anstrengungen noch immer „instabil“ und von alten Ängsten geprägt. Putin zeigte sich zudem besorgt wegen der amerikanische Militärbasen in Zentralasien.
Russland betrachtet die Region auch nach dem Zerfall der Sowjetunion als sein Einflussgebiet. Gleichwohl äußerte Putin die Hoffnung, dass im Streit über die amerikanische Raketenabwehrpläne in Europa, durch die Russland sich bedroht sieht, doch noch eine Einigung möglich sei.
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