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Rumänien Bildungsministerin des Plagiats überführt

 ·  Rumäniens Bildungsministerin Ecaterina Antonescu hat ihren des Plagiats überführten Ministerpräsidenten Ponta verteidigt. Nun stellt sich heraus, dass auch sie abgeschrieben hat.

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Ein weiteres Mitglied der rumänischen Regierung, die sozialdemokratische Bildungsministerin Ecaterina Andronescu, ist des Plagiats überführt worden. Die Internetplattform integru.org, die sich der Verteidigung akademischer Integrität in Rumänien verschrieben hat, hat einen Artikel analysiert, den die Ministerin als Koautorin im Verzeichnis ihrer wissenschaftlichen Publikationen anführt. Das Ergebnis, das ab sofort auf http://integru.org/6 eingesehen werden kann, hat ergeben, dass es sich bei diesem Artikel zweifelsfrei um ein Plagiat handelt.

Ecaterina Andronescu wurde im Juli als Bildungsministerin in die Regierung von Ministerpräsident Victor Ponta aufgenommen, nachdem zuerst Corina Dumitrescu, dann Ioan Mang wegen Plagiatsaffären ausschieden. Als zwei unabhängige Kommissionen, unter ihnen der Ethik-Rat der Universität Bukarest, nach eingehender Überprüfung feststellten, dass Victor Ponta seine 2003 eingereichte Dissertation abgeschrieben hatte, beschied die ihrem Ministerium unterstellte Ethik-Kommission, dass dies nach der Gesetzeslage von damals zulässig gewesen wäre. Frau Andronescu erklärte, dass der Fall nunmehr abgeschlossen sei.

Am Dienstag protestierten prominente rumänische Intellektuelle in einem offenen Brief gegen diese Vorgangsweise. Es sei lächerlich, heißt es darin, „dass das Zitieren von Quellen und der Gebrauch von Anführungszeichen erst 2003 erfunden worden seien“. Die Ministerin habe dem Ministerpräsidenten den Doktortitel unverzüglich abzuerkennen.

Die neue Affäre, die Frau Andronescu persönlich betrifft, geht ebenfalls auf das Jahr 2003 zurück, als sie gleichzeitig Bildungsministerin der Regierung Adrian Nastase und Dekanin der Fakultät für Industrielle Chemie der Polytechnischen Universität in Bukarest war. Ein fünfseitige Artikel, der damals in der Zeitschrift „Analytical Chemistry“ unter dem Titel „Synthesis of TBP-Based Ferrofluids“ erschien, berichtete über ein Experiment von Aurelia Cristina Nechifor, deren Dissertation von Frau Andronescu betreut wurde. Aus dem Vergleich des Textes und der Abbildungen mit drei einschlägigen wissenschaftlichen Publikationen geht hervor, dass wesentlichen Teile aus den Arbeiten anderer Wissenschaftler übernommen wurden. Der Bericht, den Frau Andronescu als Koautorin zeichnete, wurde in die Dissertation Frau Nechifors übernommen.

Die Affäre war 2006 schon einmal von einer rumänischen Journalistin aufgedeckt worden, blieb aber folgenlos, weil die Berichterstattung von deren Zeitung selbst unterdrückt und der Artikel aus ihrem Online-Archiv entfernt wurde, mutmaßlich aufgrund einer politischen Intervention. Damals hatte der holländische Chemiker Gerard van Ewijk von der Universität Utrecht der Journalistin bestätigt, dass die Ergebnisse seiner Arbeit „schamlos“ kopiert und als eigene Forschungsleistungen ausgegeben worden seien.

Jetzt bat Integru.org sechs Wissenschaftler aus Deutschland, Kanada, Großbritannien und den Vereinigten Staaten, den von Andronescu und Nechifor gezeichneten Artikel mit den Quellen zu vergleichen. Sie alle kamen zu dem Urteil, dass die Autoren den ethischen Normen wissenschaftlicher Arbeit in keiner Weise nachkamen. Missverständnisse könnten ausgeschlossen werden, da sogar die Bilder aus anderen Publikationen ohne Erlaubnis übernommen wurden. Professor Christian Holm von der Universität Stuttgart verglich den Fall mit der vor zehn Jahren aufgedeckten Fälschungs-Affäre um den deutschen Physiker Jan Hendrik Schön: Ein solches Verhalten sei kriminell und sollte rechtlich geahndet werden, es gebe dafür keine Entschuldigung.

Die Plattform Integru.org wurde von rumänischen Wissenschaftlern gegründet, um gegen die weitverbreiteten korrupten Praktiken an rumänischen Universitäten und Forschungseinrichtungen vorzugehen und die Öffentlichkeit auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Sie wollten anonym bleiben, sagten die Betreiber der Plattform dieser Zeitung, denn die eigentliche Stärke ihrer Initiativen seien renommierte Wissenschaftler aus aller Welt, die als anerkannte unabhängige Experten auf ihren Gebieten die umstrittenen Arbeiten untersuchen. Eine politische Einflussnahme auf ihr Urteil könne mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

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