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Rücktritt von CIA-Chef Tenet „Bin traurig, daß er geht“

04.06.2004 ·  Der Direktor des amerikanischen Geheimdienstes CIA, George Tenet, hat seinen Rücktritt eingereicht - aus „persönlichen Gründen“. Offiziell bedauert Präsident Bush diesen Schritt, doch Tenet gilt als ein „Bauernopfer“ des Weißen Hauses.

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Der Direktor des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA, George Tenet, ist am Donnerstag „aus persönlichen Gründen“ zurückgetreten. Präsident Bush nahm den Rückritt Tenets, der seit sieben Jahren im Amt war, kurz vor seinem Aufbruch zu seiner Europa-Reise mit dem Ausdruck des Bedauerns an.

„Ich bin traurig, daß er geht“, sagte Bush und lobte Tenet, der von Präsident Clinton ernannt worden war, als „starken und fähigen Führer der CIA“ und als „starken Führer im Krieg gegen den Terrorismus“. Er habe hervorragende Arbeit geleistet. Tenet werde bis Mitte Juli im Amt bleiben, sagte Bush. Anschließend werde Tenets gegenwärtiger Stellvertreter John McLaughlin kommissarisch die Leitung der CIA übernehmen.

Auch Pavitt geht

Nach dem überraschenden Rücktritt von Tenet will heute auch ein anderer Spitzenmann des amerikanischen Geheimdienstes zurücktreten. Der Chef der CIA- Agenten, James Pavitt, will nach Angaben des Nachrichtensenders CNN ebenfalls aus persönlichen Gründen sein Amt aufgeben. Pavitt, der diese Entscheidung bereits vor drei bis vier Wochen getroffen haben soll, gehört der CIA seit mehr als 30 Jahre an und leitete fünf Jahre lang die Geheimdienstoperationen der CIA. Zwischen Tenets Rücktritt und Pavitts Entscheidung bestehe kein Zusammenhang, sagten Regierungsbeamte in Washington.

In Washington rechnete man am Donnerstag nicht damit, daß vor den Präsidenten- und Kongreßwahlen am 2. November ein neuer CIA-Direktor ernannt wird, weil die Anhörungen eines neuen Kandidaten für die Leitung des Auslandsgeheimdienstes während des Wahlkampfes dem Präsidenten schaden könnte.

Neben Bush lobten auch Politiker beider Parteien die Arbeit Tenets, der sich große Verdienste um den Umbau der CIA von einem „technisch hochgerüsteten“ Dienst zur Ausspionierung der Sowjetunion in den Zeiten des Kalten Krieges zu einem flexiblen Dienst für die Erfordernisse des Krieges gegen den Terrorismus erworben habe.

Unter Tenet, der zugleich nationaler Koordinator der Arbeit aller 14 amerikanischen Geheimdienste ist, waren so viele sprach- und sachkundige künftige Agenten für einen künftigen Einsatz in dem strategischen Schlüsselgebiet Naher Osten eingestellt worden wie seit Jahren nicht. Der Sohn griechischer Einwanderer war über die Politik als Mitarbeiter eines Kongreßabgeordneten zur CIA gekommen.

„Bauernopfer der Regierung“

In ersten Medienkommentaren hieß es, entgegen des allgemeinenen Lobes sei Tenet das Bauernopfer der Regierung für die fehlerhafte Begründung des Einmarsches im Irak. In den vergangenen Wochen hatte vor allem Außenminister Powell auf Tenet Druck ausgeübt, weil die Informationen der CIA über irakische Massenvernichtungswaffen, die Powell bei seinem Auftritt im UN-Sicherheitsrat vom Februar 2003 verwendet hatte, sich als falsch oder ungenau erwiesen hatten.

Außerdem wurden dem CIA und dessen Direktor vorgeworfen, die Anschläge vom 11. September 2001 nicht verhindert zu haben. Zudem war die amerikanische Regierung von der CIA nicht vor der atomaren Aufrüstung Indiens und Pakistans sowie vor dem verbotenen Nuklearwaffenprogramm Nordkoreas gewarnt worden. Grundsätzlich sei vom kommenden Jahr an eine grundlegend Reform der amerikanischen Geheimdienste erforderlich, hieß es in ersten Kommentaren. Derzeit koordiniert der CIA-Direktor zwar die Arbeit aller Geheimdienste, hat aber aber keine Kontrolle über deren Budget, das teilweise jenes der CIA selbst weit übersteigt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von rüb., dpa
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