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Regime des Terrors : IS-Kämpfer rufen zu Ermordung von Bürgern westlicher Staaten auf

  • Aktualisiert am

Ein islamistischer Kämpfer Ende Juni in der nordsyrischen Raqqa-Provinz Bild: Reuters

Die Terrormiliz Islamischer Staat fordert die Ermordung von Bürgern aller Staaten, die sich der internationalen Koalition gegen die Organisation angeschlossen haben. Als Ziel nennen die Terroristen Soldaten und Zivilisten.

          Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat zur Tötung von Bürgern aller Staaten aufgerufen, die sich der internationalen Koalition gegen die Organisation angeschlossen haben. Anhänger und Unterstützer des IS sollten „ungläubige Amerikaner oder Europäer - vor allem die boshaften und dreckigen Franzosen“ töten, erklärte IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani am Montag.

          Der Mordaufruf der Dschihadisten wurde auf Arabisch sowie in englischen, französischen und hebräischen Übersetzungen veröffentlicht. Al-Adnani nannte darin auch Australier oder Kanadier als Ziele sowie alle „Bürger jener Länder, die sich der Koalition gegen den Islamischen Staat angeschlossen haben“. Nach der amerikanischen Luftwaffe hatten kürzlich auch Kampfflugzeuge Frankreichs erstmals Angriffe gegen IS-Stellungen im Norden des Iraks geflogen. Zahlreiche weitere westliche und arabische Staaten schlossen sich der von Amerika geführten Koalition gegen die Gruppe an und sagten Waffenlieferungen oder andere Hilfen zu.

          Aufruf zu einzelnen Morden an „Ungläubigen“

          Der Dschihadisten-Sprecher nannte als Ziel für Anschläge und Angriffe explizit sowohl Soldaten als auch Zivilisten. Die Erklärung richtet sich offenbar gezielt an Einzeltäter und schien weniger zu Anschlägen mit hohem Organisationsgrad als zu einzelnen Morden aufzurufen. Der IS-Sprecher listete verschiedene Möglichkeiten auf, „Ungläubige“ ohne großen logistischen Aufwand zu töten. Al-Adnani wandte sich direkt an die amerikanische Regierung. „Der Kampf kann nicht aus der Luft entschieden werden.“ Präsident Barack Obama werde sein Versprechen, keine Bodentruppen einzusetzen, nicht einhalten können. Die amerikanische Armee werde in einen Krieg gezogen, der zum „Tod“ und zur „Zerstörung“ Amerikas führen werde, sagte al-Adnani.

          Der IS-Sprecher forderte in seiner Botschaft auch dazu auf, die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen zu bekämpfen, die Regierungsgebäude in der Hauptstadt Sanaa besetzt halten. Zudem rief er die Muslime in Libyen, wo sich derzeit verschiedene Milizen bekämpfen, zum Zusammenhalt auf. Gleichzeitig lobte al-Adnani den Kampf radikaler Islamisten auf der Sinai-Halbinsel.

          „Frankreich hat keine Angst“

          Die französische Regierung versicherte, sich durch die Drohungen nicht vom Kampf gegen die Dschihadisten abbringen zu lassen. „Frankreich hat keine Angst“, erklärte Innenminister Bernard Cazeneuve. Es gebe zwar kein „Risiko Null“, gestand er ein, die Sicherheitsbehörden hätten aber bereits alle nötigen Vorkehrungen getroffen. Allerdings hat die Regierung in Paris Frankreichs Staatsbürger in rund 30 Ländern zu „größter Vorsicht“ aufgerufen. Wie es am Montagabend aus dem Außenministerium hieß, wurde diese Warnung an die Botschaften der betreffenden Länder übermittelt, die wiederum die Franzosen vor Ort informiert hätten. Betroffen seien insbesondere Staaten in Nordafrika, im Nahen Osten und Afrika.

          In Sicherheitskreisen in Frankreich wurde die Anschlagsgefahr sehr ernst genommen. „Die Frage ist in aller Munde, sie ist nicht, wann ein Attentat stattfinden wird, sondern wo“, hieß es. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Innenministerium ein Rundschreiben an die Präfekten verschickt, in dem dazu aufgefordert wird, die Wachsamkeit rund um religiöse Gebäude, Botschaften und bei großen Menschenansammlungen zu erhöhen.

          Sorge wegen Syrien-Rückkehrer

          In westlichen Staaten wächst seit Monaten die Sorge, dass in Syrien und dem Irak radikalisierte Dschihadisten aus Europa, Nordamerika oder Australien bei der Rückkehr in ihre Heimatländer Anschläge verüben. Das Beispiel des Syrien-Rückkehrers, der Ende Mai im Jüdischen Museum von Brüssel vier Menschen ermordete, wird hier als Warnung angeführt. Am Wochenende hatten belgische Medien berichtet, die dortigen Behörden hätten mehrere Anschläge von Syrien-Rückkehrern und IS-Sympathisanten verhindert. Demnach soll auch das Gebäude der EU-Kommission in Brüssel eines der Ziele gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft betonte am Montag aber, dass keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne gefunden worden seien.

          Die australische Polizei hatte am Donnerstag 15 Verdächtige festgenommen, von denen einige öffentliche Hinrichtungen wahllos ausgesuchter Australier geplant haben sollen.

          Die radikale Dschihadistengruppe Islamischer Staat hat in den vergangenen Monaten weite Gebiete im Norden des Iraks und Syriens in ihre Gewalt gebracht. Ihr werden zahlreiche Gewalttaten gegen irakische Soldaten, rivalisierende Rebellen und religiöse Minderheiten wie Schiiten, Jesiden und Christen vorgeworfen. Zudem töteten sie zwei amerikanische Journalisten und einen britischen Entwicklungshelfer und stellten Videos von den Verbrechen ins Internet.

          Quelle: AFP

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