Home
http://www.faz.net/-gpf-xs64
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Regierungskritische Demonstrationen Mehr als 100 Festnahmen in Russland

Nach den gewaltsam aufgelösten Protesten von Regierungsgegnern sind in Russland 120 Demonstranten festgenommen worden. Der bekannte Oppositionelle Eduard Limonow wurde im Eilverfahren zu 15 Tagen Haft verurteilt.

© dpa Russische Polizisten nehmen eine Demonstrantin in Gewahrsam

Bei zwei nicht genehmigten Kundgebungen in der russischen Hauptstadt Moskau sowie in St. Petersburg sind am Silvesterabend rund 120 Demonstranten festgenommen worden.

Nach den gewaltsam aufgelösten Protesten von Regierungsgegnern in Russland wurde der bekannte Oppositionelle Eduard Limonow im Eilverfahren zu 15 Tagen Haft verurteilt worden. Das bestätigten die Behörden in Moskau am Samstag nach Angaben der Agentur Interfax.

Mehr zum Thema

Unter den Demonstranten war auch der frühere stellvertretende Regierungschef Boris Nemzow, der am Samstag zunächst weiter im Gefängnis war. Der heutige Kremlkritiker bezeichnete seine Festnahme als Beispiel für Polizeiwillkür.

Proteste gegen Verurteilung Chodorkowskis

Scharfe Kritik an der Inhaftierung kam auch von der Leiterin der Moskauer Helsinki-Gruppe, Ljudmila Alexejewa. Die Festsetzung Nemzows sei ein Skandal. „Er hat niemals zu einem Protestmarsch durch Moskau aufgerufen, wie die Polizei behauptet“, sagte die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

In mehreren russischen Städten hatten Gegner des Regierungschefs Wladimir Putin bei erlaubten und nicht erlaubten Kundgebungen unter anderem gegen die jüngste Verurteilung des Kremlkritikers und Ex-Ölmagnaten Michail Chodorkowski zu 14 Jahren Haft protestiert. In Russland demonstrieren Menschenrechtler und Kremlgegner traditionell am 31. eines Monats. Sie verweisen damit auf die in Artikel 31 der russischen Verfassung verankerte Versammlungsfreiheit.

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Taxi-Schreck Frankreichs Präsident will Uber verbieten

Der französische Präsident François Hollande fordert ein Verbot von UberPop in Frankreich. Die Gewalt während der Proteste gegen den Fahrdienst kritisierte er. Mehr

26.06.2015, 07:36 Uhr | Wirtschaft
Merkel fordert Aufklärung Abschied von Boris Nemzow

Unter großer Anteilnahme ist am Dienstag in Moskau der ermordete, russische Oppositionelle Boris Nemzow beigesetzt worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Russland auf, den Mord an dem bekannten Putin-Gegner aufzuklären. Mehr

04.03.2015, 12:35 Uhr | Politik
Armenien Tausende protestieren gegen hohe Strompreise

Seit Tagen demonstrieren in der armenischen Hauptstadt Eriwan Tausende gegen eine Erhöhung der Strompreise. Die Ereignisse werden in Moskau genau beobachtet. Russische Parlamentarier wittern einen Majdan wie in der Ukraine. Mehr Von Reinhard Veser

25.06.2015, 19:52 Uhr | Politik
Russland Putin-Gegner Nemzow in Moskau erschossen

Der Oppositionelle wurde auf offener Straße erschossen. Am Sonntag wollte Nemzow an einer Großdemonstration gegen die russische Ukraine-Politik teilnehmen. Mehr

28.02.2015, 10:05 Uhr | Politik
Armenien Proteste gegen Erhöhung von Strompreisen dauern an

Trotz mehrerer Festnahmen und dem Abbau von Barrikaden gehen die Armenier weiter auf die Straße. Dabei hat die Regierung vorerst eingelenkt. Mehr

06.07.2015, 22:46 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2011, 17:16 Uhr

Der Euro ist kein Geschenk der Götter

Von Berthold Kohler

Es war das gute Recht der Griechen, nein zu sagen. Jetzt aber müssen sie die Folgen tragen. Eine Wünsch-dir-was-Währungsunion, aus der sich jeder nur die Rosinen herauspicken könnte, hätte keinen Bestand. Mehr 166 387