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Regierungskrise : Afghanistans Sicherheitsspitze tritt zurück

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Laut UN starben im Konflikt zwischen der afghanischen Regierung und Aufständischen in der ersten Hälfte von 2018 insgesamt 1692 Zivilisten – so viele wie nie zuvor. Bild: AP

Während sich die Sicherheitslage im Land drastisch verschlechtert, treten Afghanistans Innen- und Verteidigungsmminister sowie zwei hochrangige Beamte des Sicherheitsapparats zurück. Grund sei ein Streit mit der Regierung.

          Nach dem Rücktritt des Nationalen Sicherheitsberaters in Afghanistan räumen Regierungskreisen zufolge drei weitere hochkarätige Vertreter des Sicherheitsapparats ihre Posten. Verteidigungsminister Tarik Schah Bahrami und Innenminister Wais Barmak sowie der Leiter des Nationalen Sicherheitsdirektoriums, Masum Staneksai, erklärten demnach am Samstag den Verzicht auf ihre Ämter. Zwei ranghohe Mitarbeiter des Innenministeriums sagten, Hauptgrund für die Rücktritte seien Meinungsverschiedenheiten mit der Regierung inmitten der sich verschlechternden Sicherheitslage gewesen. Vertreter der Minister und Staneksais waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

          Am Nachmittag hatte ein Sprecher von Präsident Ashraf Ghani den Rücktritt des Nationalen Sicherheitsberaters Hanif Atmar, mitgeteilt. Ein offizieller Grund wurde zunächst nicht genannt. Im Rücktrittsgesuch, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, verweist er auf ernsthafte Differenzen mit der Regierung. Aus Regierungskreisen hieß es dagegen, dass Atmar aufgegeben habe, um sich auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr vorzubereiten. Atmar gilt als der zweitmächtigste Politiker Afghanistans. Unter Ex-Präsident Hamid Karsai fungierte er als Innenminister.

          Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert. Sowohl die Taliban als auch der IS verüben immer mehr Anschläge. Nach Angaben der Vereinten Nationen fielen dem Konflikt zwischen der Regierung und Aufständischen in der ersten Jahreshälfte 1692 Zivilisten zum Opfer – so viele wie noch nie zuvor. Am 20. Oktober sind Parlamentswahlen angesetzt.

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