Home
http://www.faz.net/-gq5-tngj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Referendum Verfassung in Serbien angenommen

 ·  Die neue Verfassung in Serbien ist nach Angaben unabhängiger Beobachter mit knapper Mehrheit angenommen worden. 51,6 Prozent der Wahlberechtigten hätten die Verfassung gebilligt, hieß es am Sonntag in Belgrad.

Artikel Bilder (1) Video (1) Lesermeinungen (0)

Die Bürger Serbiens haben die neue Verfassung des Landes angenommen. Mehr als die Hälfte der 6,6 Millionen Wahlberechtigten hätten der Verfassung in dem zweitägigen Referendum zugestimmt, berichteten Wahlforscher und das Staatsfernsehen am Sonntagabend in Belgrad.

Die Wahlforschungsgruppe Cesid berechnete die Zustimmung mit 51,6 Prozent, das Fernsehen sprach von 52 Prozent Zustimmung. Offizielle Ergebnisse sollen erst am Montag vorgelegt werden.

Kritiker sprechen von massiven Wahlfälschungen

Das neue Grundgesetz soll Serbien auf demokratische Grundlage stellen und die abtrünnige Albaner-Provinz Kosovo sichern. Der Parlamentspräsident Predrag Markovic kündigte an, die Volksvertretung werde das neue Grundgesetz am kommenden Sonntag feierlich verkünden.

„Ich beglückwünsche die Bürger Serbiens zur neuen Verfassung“, sagte Tomislav Nikolic als Vorsitzender der nationalistischen Radikalen, der stärksten politischen Kraft im Lande. Demgegenüber sprachen Kritiker der Verfassung von massiven Wahlfälschungen bei der Abstimmung.

Serbien definiert sich als unabhängiger Staat

In der Präambel und im Verfassungstext heißt es, die südliche Provinz Kosovo sei „integraler Bestandteil des serbischen Gebietes“. Ihr werde aber „eine weit reichende Autonomie“ innerhalb des souveränen Staates“ eingeräumt. Damit schreibt der Entwurf das Kosovo als Teil Serbiens fest - ungeachtet der noch laufenden Verhandlungen über den künftigen Status der unter UN-Verwaltung stehenden Provinz.

Mit dem vom Parlament einstimmig angenommenen Verfassungstext definiert sich Serbien erstmals seit 1918 als unabhängiger Staat. Damit wird auch der Tatsache des endgültigen Zerfalls Jugoslawiens Rechnung getragen.

Quelle: FAZ.NET mit Material der Agenturen
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Japanische Einsamkeit

Von Peter Sturm

Japan macht es seinen Partnern nicht leicht. Für die Empfindlichkeiten in den Nachbarstaaten, die auf die japanischen Kriegsgräuel zurückgehen, hat es wenig Sensibilität. Aus der Koalition gegen Nordkorea schert es aus Partikularinteressen aus. Mehr