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IS unter Druck : Rebellen erobern erstes Stadtviertel in Raqqa

  • Aktualisiert am

Auf dem Vormarsch: Soldat der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in Tabqa, Syrien Bild: dpa

Die Kämpfer der Terrormiliz IS werden in ihren einstigen Machtzentralen immer weiter zurückgedrängt. Jetzt melden Rebellen einen erfolgreichen Vorstoß ins Stadtgebiet von Raqqa. Doch der IS schlägt an anderer Stelle zurück.

          In Syrien rücken kurdisch geführte Einheiten weiter gegen den IS vor. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag berichtete, hätten die Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) eine Offensive im Norden der IS-Hochburg Raqqa gestartet. Die SDF hatten vor einigen Tagen den Sturm auf Raqqa in Nordsyrien begonnen und konnte mit Luftunterstützung einer amerikanisch geführten Militärkoalition auch schon teilweise ins Stadtgebiet vordringen.

          40.000 Kinder in Raqqa vom Tod bedroht

          Dabei hat die Allianz laut Aktivisten jedoch auch mindestens 17 Zivilisten getötet. Die meisten Opfer habe es in einem zerstörten Internetcafé gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Darüber hinaus seien zahlreiche Zivilisten verletzt worden. Die Rede war von mindestens 25 neuen Luftangriffen auf Raqqa und die Umgebung der Stadt. Am nördlichen Rand der seit 2014 von der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gehaltenen Stadt habe es zudem heftige Kämpfe am Boden gegeben.

          Nach Angaben der Vereinten Nationen seien auch mindestens 25 Kinder getötet worden. Etliche weitere hätten Verletzungen erlitten, teilte Unicef am Freitag in Genf mit. Insgesamt seien mehr als 40.000 Kinder in Raqqa vom Tod bedroht.

          Irak : Der Kampf um Mossul - Menschen auf der Flucht

           Die Kinder und ihre Familien säßen buchstäblich in der Falle, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ schieße auf Flüchtende. Das UN-Kinderhilfswerk beklagte, auch Krankenhäuser und Schulen würden angegriffen.

          Kurdische und arabische Milizen, die von den Vereinigten Staaten unterstützt werden, versuchen derzeit, Raqqa zu erobern. Die Vereinigten Staaten greifen die islamistischen Extremisten mit Militärjets an. Laut Medienberichten schalten sich auch Einheiten, die dem
          Diktator Baschar al-Assad ergeben sind, in die Kämpfe ein.

          Raqqa gilt neben dem ebenfalls heftig umkämpften Mossul im Irak als wichtigste Stadt, die noch vom „Islamischen Staat“ beherrscht wird. Nachdem die Fanatiker weite Teile beider Länder unter ihre Kontrolle gebracht und eine Schreckensherrschaft errichtet hatten, geraten sie militärisch immer stärker unter Druck.

          Viele Tote bei neuem IS-Anschlag im Irak

          Deswegen versuchen sie nun verstärkt mit Anschlägen Stärke zu demonstrieren – auch im Irak. Bei einem weiteren Anschlag sind dort mindestens 14 Menschen getötet worden. Die Attacke der Dschihadisten ereignete sich am frühen Samstagmorgen in Schirkat nördlich der Hauptstadt Bagdad, hieß es aus irakischen Sicherheitskreisen. Demnach kam es zu Gefechten zwischen den Angreifern und regierungstreuen Milizen. Erst am Vortag waren im Irak bei zwei Selbstmordanschlägen mindestens 30 Zivilisten umgekommen.

          Seit Beginn des Fastenmonats Ramadan Ende Mai hatte sich der Islamische Staat zu einer Reihe von Anschlägen bekannt.

          Doch auch die irakischen Sicherheitskräfte verkündeten am Samstag erste Erfolge: die „komplette Befreiung“ des Stadtteils Al-Sindschili im Westen der nordirakischen Metropole. Nur noch ein Teil der Innenstadt wird vom IS gehalten. Mossul war seit 2014 unter Kontrolle der Terrormiliz.

          Iran gegen kurdisches Unabhängigkeitsreferendum

          Der Iran sprach sich indes gegen ein geplantes Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak aus. „Wir unterstützen grundsätzlich die territoriale Integrität des Iraks und für uns ist der kurdische Teil ein Teil dieses Landes“, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Samstag. Da der Iran selbst eine kurdische Minderheit in Westen des Landes hat, könnten Veränderungen in Nordirak auch geopolitische Konsequenzen für Teheran haben.

          Quelle: judo./dpa/AFP/Reuters

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