Home
http://www.faz.net/-gpf-763tc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Raketenprogramm Iran schickt Affen ins All

Iran soll einen Affen erfolgreich in einer Raumkapsel ins All geschossen haben. Westliche Regierungen befürchten, Teheran entwickelt Langstreckenraketen.

© AFP Vergrößern Dieses Bild vor dem angeblichen Raketenstart verbreitetet der iranische Fernsehsender Al Alam.

Iran hat nach eigenen Angaben einen Affen erfolgreich ins All geschickt. Wie der staatliche Fernsehsender Al Alam am Montag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtete, wurde der Affe in der Raumkapsel „Pischgam“ („Pionier“) bis in eine Höhe von 120 Kilometern ins All gebracht; er kehrte demnach „unbeschadet“ zur Erde zurück. Die Verwaltung der Raumfahrt ist dem iranischen Verteidigungsministerium angegliedert.

Über die Planungen für einen Raumflug mit einem Affen hatten die iranischen Medien in den vergangenen Wochen wiederholt berichtet. Der Starttermin sollte demnach zwischen dem 31. Januar und 10. Februar liegen - gleichzeitig mit den Feierlichkeiten zum 34. Jahrestag der islamischen Revolution von 1979. Laut den Medienberichten sollte der kurze Ausflug des Affen ins All Irans ersten bemannten Raumflug vorbereiten. Dieser soll nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadineschad bis spätestens 2020 stattfinden.

Ein erster Versuch gescheitert

Iran hatte bereits im Februar 2010 eine Ratte, Schildkröten sowie Insekten erfolgreich mit einer Kapsel ins All geschickt. Ein erster Versuch mit einem Affen im Jahr darauf schlug allerdings fehl, wie die Behörden indirekt und ohne Angabe von Gründen eingestanden.

Iranische Raketenstarts werden vom Westen generell mit Skepsis verfolgt. Westliche Regierungen befürchten, dass Teheran trotz zahlreicher Dementis an einem Atomwaffenprogramm und dafür an der Entwicklung von Langstreckenraketen arbeitet. Auch das iranische Satellitenprogramm stößt deshalb auf Kritik: Zuletzt hatte Iran am 3. Februar 2012 einen 50 Kilogramm schweren Beobachtungssatelliten mit einer Rakete ins All geschickt.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Atomverhandlungen Iran bereit für Verlängerung

Iran und die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland wollen an diesem Mittwoch in Wien die Arbeit am Entwurf des Abkommens auf der Ebene der stellvertretenden Außenminister fortsetzen. Die Unterhändler stehen unter Zeitdruck. Mehr

20.05.2015, 11:05 Uhr | Politik
Iran Weiter Streit um Atom-Programm

Im Streit um das iranische Atomprogramm will Teheran eine friedliche Nutzung der Atomspaltung als Energiequelle - die internationale Gemeinschaft will verhindern, dass das Land auch Zugriff auf Atomwaffen bekommt. Mehr

25.02.2015, 09:37 Uhr | Politik
Frankfurter Zeitung 18.05.1915 Die Entstehung des Menschenhirns

Wie ist das menschliche Gehirn entstanden? Anlässlich der Jahresfeier der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt berichtet die Frankfurter Zeitung am 18. Mai 1915 über einen Vortrag zur Entstehung des Menschenhirnes. Mehr

18.05.2015, 08:13 Uhr | Politik
Atomstreit Zankapfel Iran-Sanktionen

Bei den Schweizer Marathon-Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ist auch nach dem Ablauf der selbst gesetzten Frist keine baldige Einigung in Sicht. Ein entscheidender Knackpunkt sind nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran. Mehr

02.04.2015, 10:29 Uhr | Politik
Islamischer Staat 600 Tote bei Kämpfen um Ramadi

Bei Gefechten um die westirakische Stadt Ramadi sind Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Schiitische Milizen bereiten sich auf die Rückeroberung der Stadt vor. In der Antikenstadt Palmyra halten syrische Truppen noch die Stellung gegen die Dschihadisten. Mehr

18.05.2015, 14:57 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 28.01.2013, 13:04 Uhr

Offensives China

Von Peter Sturm

Das chinesische Weißbuch zur Verteidigungspolitik zeigt, dass das Land sich ausdehnen will. Dieser Offensive muss mit diplomatischen Mitteln schnellstens und entschlossen entgegen getreten werden. Mehr 17 7