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Raketeneinschlag Washington verurteilt „Angriff“ auf Georgien

09.08.2007 ·  Die Vereinigten Staaten haben den Einschlag einer Rakete in der Nähe der von Moskau unterstützten Region Südossetien als „Angriff“ auf Georgien verurteilt. Die russische Luftwaffe stritt unterdessen ab, das Geschoss abgeworfen zu haben.

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Washington hat den Zwischenfall in der Nähe der von Russland unterstützten, von Georgien abtrünnigen Region Südossetien als „Raketenangriff“ verurteilt und die besonnene Reaktion der georgischen Regierung gelobt. Der Sprecher des Außenministeriums, Sean McCormack, sagte in der Nacht zum Donnerstag in Washington, Georgiens „fortgesetzt zurückhaltende Reaktion auf diesen Angriff“ sei lobenswert. Die genaueren Umstände des Vorfalls müssten so rasch wie möglich aufgeklärt werden, sagte McCormack und rief die Regierungen in Moskau und Tiflis zur Zurückhaltung und zu konstruktiven Gesprächen auf.

Auch der für die Region zuständige Abteilungsleiter für Europa und Eurasien, Dan Fried, sprach in einem Gespräch mit dem Rundfunksender „Radio Free Europe“ von einem „Angriff“ und rief die beiden Seiten zu konstruktiven Gesprächen auf. Die von der georgischen Regierung vorgelegten Informationen legten nahe, dass ein russisches Flugzeug georgischen Luftraum verletzt habe, sagte Fried.

Er wies den von Moskau gegen Tiflis erhobenen Vorwurf, es handele sich um eine „georgische Provokation“, als haltlos zurück. „Es hat ganz gewiss ein Problem gegeben, aber nicht ein Problem, für welches Georgien verantwortlich gewesen wäre“, sagte Fried.

„Mutmaßung mit politischem Hintergrund“

Der Generalstabschef der russischen Streitkräfte, Jurij Balujewskij, sagte unterdessen am Donnerstag in Moskau, Tiflis habe damit die dieser Tage anstehende Sitzung der gemischten Kontrollkommission für die Regelung des georgisch-südossetischen Konflikts hintertreiben wollen. Die georgische Seite sei äußerst nervös, weil sie befürchte, dass die Gewährung der staatlichen Selbständigkeit für das Kosovo, den endgültigen Verlust von Südossetien und Abchasien bedeuten könne.

Der Stabschef der russischen Luftwaffe, Igor Chworow, sagte, die georgische Behauptung, ein russisches Flugzeug habe am Montag den Luftraum Georgiens verletzt und eine Rakete abgeworfen, sei nur eine Mutmaßung mit politischem Hintergrund. Über etwas, was nicht stattgefunden habe, könne man zwar schlecht reden, sagte Chworow. Aber es sei gewiss, dass an dem fraglichen Tag ein solcher Flug (wie der von Georgien behauptete) nicht stattgefunden habe

Schon am Mittwoch hatte der stellvertretende russische Außenminister Grigorij Karasin gesagt, Russland nehme den Vorfall sehr ernst. Dieser sei geeignet, dem positiven Trend in den Beziehungen zwischen Russland und Georgien zu schaden und die Regelung des südossetisch-georgischen Konflikts zu erschweren. (Siehe dazu: Georgien: Interpretationen eines Einschlags)

Quelle: rüb./M.L./Frankfurter Allgemeine Zeitung
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