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Radikalisierung : UN schätzt IS-Anwerbeprämien auf bis zu 10.000 Dollar

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Bis zu ihrer Auflösung hat die radikale Gruppierung Sharia4Belgium eine Schlüsselrolle beim Anwerben von Anhängern gespielt. Ende September 2014 musste sich ein Sharia4-Mitglied, der belgische Dschihadist Jejoen Bontinck, vor Gericht verantworten. Bild: dpa

Teils zahlt der „Islamische Staat“ UN-Schätzungen zufolge fünfstellige Summen, um wertvolle Unterstützer anzuwerben. Die höchsten Preise erzielen aber nicht die Kämpfer.

          Die Dschihadistenmiliz (IS) zahlt nach Angaben von UN-Experten viel Geld für die Rekrutierung ausländischer Kämpfer für Syrien und den Irak. In Belgien hätten Rekrutierer bis zu 10.000 Dollar (8700 Euro) pro angeworbenem Kämpfer erhalten, sagte Elzbieta Karska, die im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats den Einsatz ausländischer Kämpfer beim IS untersucht, am Freitag in Brüssel. Die höchsten Summen würden für gut ausgebildete IS-Unterstützer wie Computerspezialisten oder Ärzte gezahlt, erklärte die polnische Menschenrechtsanwältin.

          Nach Schätzungen ihrer Arbeitsgruppe sind bislang rund 500 Extremisten aus Belgien zum Kämpfen nach Syrien und in den Irak gereist. Das Durchschnittsalter der Kämpfer liegt den Angaben zufolge bei 23 Jahren - Tendenz sinkend. Gestiegen ist dagegen zuletzt die Zahl der ausgereisten Mädchen und Frauen.

          In Belgien sei die Rekrutierung zunächst vor allem über die Gruppe Sharia4Belgium gelaufen, erklärten die UN-Experten. Weil die Gruppe nun aufgelöst sei und viele ihrer Mitglieder in Haft säßen, setze der IS mittlerweile vor allem auf soziale Netzwerke im Internet und auf „Freunde und Verwandte“, sagte Karska. Auch diese würden vom IS bezahlt.

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