Der russische Ministerpräsident Putin hat am Montag den Westen wegen des Vorgehens in Libyen scharf kritisiert. Die Resolution des UN-Sicherheitsrates zu Libyen sei „schädlich“ und erlaube „alles“. Sie erinnere daher „an einen mittelalterlichen Aufruf zum Kreuzzug“.
Das libysche Regime sei zwar undemokratisch, aber das berechtige niemanden zur militärischen Einmischung in einen innenpolitischen Konflikt, selbst wenn dieser, wie in Libyen, mit Waffen ausgetragen werde. Leider sei es inzwischen ein vorherrschender Zug amerikanischer Politik, militärisch in anderen Ländern zu intervenieren.
Zuerst seien Jugoslawien und Belgrad an der Reihe gewesen, dann Afghanistan, der Irak und nun eben Libyen. Der Schutz der Zivilbevölkerung sei nur Vorwand für eine Intervention gewesen, denn inzwischen würden Zivilisten getötet. „Wo ist da die Logik, wo das Gewissen? Weder das eine noch das andere sind da“, sagte Putin. Die Ereignisse in Libyen zeigten, dass Russland richtig handle, wenn es seine eigene Sicherheit militärisch stärke.
Präsident Dmitrij Medwedjew kritisierte Putin wegen dieser Äußerungen. Vergleiche mit den Kreuzzügen seien „unangebracht“, sagte Medwedjew laut der Agentur Interfax in Moskau.
Aussagen wie die von Putin förderten das Aufeinanderprallen der Kulturen. „So kann alles noch viel schlimmer enden, als es ohnehin schon ist. Daran sollte jeder denken“, sage Medwedjew, der Putin sonst nicht direkt kritisiert. Medwedjew bekräftigte allerdings auch, dass Russland an keinerlei Operationen zur Durchsetzung des Flugverbotes über Libyen teilnehmen werde und sich auch in keiner Weise beteiligen werde, wenn es zu militärischen Operationen am Boden kommen sollte.
Putins kritischer Ansatz ist berechtigt
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 21.03.2011, 21:10 Uhr
Wo er (Putin) recht hat, hat er ercht!
Peter Szameitat (MAKSAS)
- 22.03.2011, 01:30 Uhr
Libyen ein Kreuzzug?
Ede Fuchs (Dietrich-Ulespegel)
- 22.03.2011, 08:36 Uhr
Herr Osmers, das tragende Argument fuer eine Beteiligung Deutschlands
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 22.03.2011, 10:35 Uhr
