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„Pussy Riot“ Lady Suppenhuhn

 ·  Böser Staat contra unschuldige Mädchen: Das war das Bild, das von Pussy Riot gezeichnet wurde. Dabei erinnern die Aktionskünstler mit ihren vulgären Provokationen viel mehr an die erste RAF-Generation.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (76)

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Herbert Hirschfeld

Lesenswerter Artikel

Herr Gathmann, mit diesem Artikel haben Sie sich als Lichtblick in in der deutschen Netzjournalisten-Szene profiliert. Eigentlich hätten Sie einen weiteren Artikel über den "bösen Putin" schreiben müssen, denn so läuft es doch: Die Leitmedien setzen die Wertungen fest und geben die Parolen heraus, der Rest - so er denn nicht abseits stehen will - äfft dem nach, bzw. versucht das Ganze noch drastischer und Radikaler darzustellen (copy&paste, umformulieren und im Ton noch einen draufsetzen).

Sie aber haben ein stückweit den Ruf des kritischen Journalisten wiederhergestellt, indem sie auch mal eine andere Ansicht zu präsentieren wagten und das durch Hintergrundsfakten untermauerten. Das kommt in letzter Zeit leider viel zu selten vor.

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Oleg Kuzakov
Oleg Kuzakov (koleg) - 29.08.2012 14:55 Uhr

DANKE aus Moskau, Herr Gathmann!

Der erste sinnvolle und ausgewogene Kommentar, den ich über den PR-Prozess gelesen habe. Ich bedauere nur, man braucht wieder mal einen Deutschen, uns Russen den Spiegel vor die Nase zu schieben. Den russischen Kommentatoren fehlen meist Überparteilichkeit und Moral, den westlichen - Einsicht in die Mentalität der modernen rassischen Gesellschaft... Also, bravo!

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Uwe Gattermann

Und der Umweltschutz?!

"...die grüne Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Beck sogar extra zum Prozess nach Moskau kommen..."

Beruhigend zu wissen, daß auch die an der Wertschöpfung Unbeteiligten gut genug gepampert sind, für solchen Blödsinn Steuergelder zu verpulvern. Andererseits muß man einmal mehr feststellen, daß diese Oberlehrer anderen - die sie ali-mentieren - Wasser prdigen und selbst Sekt saufen. Oder wie war das mit dem Umweltschutz?!

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Uwe Schmidt

Putinist und linientreu, Herr Gathmann?

P.R. passen nicht in Ihr anscheinend konservatives Weltbild. Punks und Anarchokünstler haben da keinen Platz.
Ich sehe hier genau die Freiheit der Kunst bedroht.
Die Damen mögen krasse Aktionen durchgeführt haben - aber ein Russland-Kenner wie Sie weiß auch, dass die russ. Gesellschaft in einer ohnmächtigen Starre verharrt - und kaum freier wird mit der gegenwärtigen Gesetzgebungstendenz.
Gut, dass es Punk-Anarchisten wie P.R. dort gibt - die provozieren und regen das Denken an.
Und mal ehrlich - "Selbsverwaltung" wie von Ihnen zitiert - das ist doch klassisch deutsche Verwaltungspraxis!??!

Frech und unerhört ist der Vergleich mit den brutalen Terroristen der RAF.
Damit stellen Sie sich auf eine Linie mit den Anklägern und der Partei einiges Russland!

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Alexander Tvar
Alexander Tvar (tvar) - 28.08.2012 18:46 Uhr

Ein Lichtblick

Gathmanns Beitrag war überfällig und stellt einen Lichtblick, in gewisser Weise sogar eine Art Ehrenrettung der deutschsprachigen Russland-Berichterstattung dar. Fast hätte man glauben können, die politische Klasse Berlins hätte dazu gedrängt werden sollten, den Russen wegen "Pussy Riot" den Krieg zu erklären. Und fast glaubte man sich schon sorgen zu müssen, dieser verzweifelte Versuch von Spiegel u.a., die traurigen Überreste einer einst ehrenwerten russischen Opposition als Heroen zu glorifizieren, würde gänzlich unwidersprochen bleiben. Ganz gewiss sind die Gleichsetzungen mit der frühen RAF schief (Muehl & K 1 wären treffender gewesen), aber sie sind verzeihlich, weil der Autor dem deutschen Leser offenbar die Dimension von provokativer Gewalttätigkeit nahebringen wollte - und das ist ihm durchaus gelungen.

Alexander Tvar
Berlin - Moskau

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Dieter Doermann

Herr Grothe, fast überall ist die Justiz der Lieferant politisch gewünschter Urteile.

Heute hat die israelische Justiz erklärt, Rachel Corrie sei "versehentlich" trotz neonfarbener Warnweste und gegenteiliger Zeugenaussagen von einem israelischen Bulldozer plattgewalzt worden als sie sich gegen einen illegalen Hausabriss durch die Besatzungsmacht stellte.

Und ebenfalls heute hat die Ami-Justiz die Koranverbrenner und die Leichen-Urinierer weissgewaschen, was mit ziemlicher Sicherheit noch mehr afghanische Soldaten dazu bringen wird, ihre Waffen auf die Besatzungstruppen zu richten.

Während der Amtszeit der heiligen julia in der Ukraine hat die Justiz bewusst keine Ermittlungen gegen die Hintermänner eines Auftragsmordes an einem kritischen Journalisten aufgenommen, weil diese Behördenmitglieder waren. (Jetzt wo diese Tusse plötzlich selbst in Knast sitzt, jammert sie wegen "politischer" Justiz in der Ukraine rum, die scheinheilige Kriminelle.)

Wo sind oder waren denn die westlichen Berufsempörer bei diesen Justizmisständen und politischen Urteilen???

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Lars Kuntermann

RAF? Wohl eher Paranoia

Pöbelei, Pornographie, Narzissmus, radikaler Antiklerikalismus. Schön und gut, bzw. eklig genug. Das wurde in diesem Artikel alles beschrieben. Der Autor hat jedoch keinerlei Beleg für eine Gewaltneigung der Pussy Riot - Mitglieder geliefert. Da ist der Vergleich mit der RAF schon ein starkes Stück... Mich persönlich erinnert das Ganze eher an das Wiener Museum, in dem sich ein Swinger-Club öffentlich austoben durfte, die Baghwan-Sekte, die mit Massenorgien die Welt verbessern wollte, linke Aktivisten, die ihren Kindern bereits im Kleinkindalter Sex lehren wollten oder Jeff Koons, der mit Hilfe einer Pornodarstellerin und Sexdarstellungen Abermillionen scheffelte. Sexualler Narzissmus macht offensichtlich vor keiner Bevökerungsgruppe halt. Weder vor den Kapitalisten (Koons), (pseudo)Religiösen (Baghwan) oder Linken (Pussy Riot). Sogar ein FAZ-Redakteur besucht laut einem unter faz.net veröffentlichten Artikel Sexshows (Junggesellenabend) - handelt es sich dabei um ein RAF-Mitglied?

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Dieter Doermann

Herr Grothe,

bitte erklären Sie mir doch den "künstlerischen Wert", wenn eine Frau mit hochgeschobenem Kleid, weit gespreizten Beinen und halb in die Vagina geschobenem Suppenhuhn öffentlich neben dem Kühlregal für Milchpodukte in einem Supermarkt sitzend, masturbiert.

Das ist keine Kunst und das wird auch nie ein Kunstwerk auch wenn manche selbsternannten "Avantgardisten" das nicht zugeben wollen. Heutzutage traut sich doch die sog. Kunstszene gar nicht mehr aus Angst für reaktionärer Biedermann gehalten zu werden, Mist einfach MIst zu nennen. Mcih erinnert das immer an "Des Kaiser's neue Kleider", wo sich keiner traut das Offensichtlich auszusprechen. Ein verrottete Schweinehälfte aufzuhänegn ist genausowenig Kunst wie die oben gechilderte Pornographie

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Reinhard Lauterbach

schiefer Vergleich

Wenn der Autor die Pussy-Riot-Frauen mit Ulrike Meinhof vergleicht, tut er Meinhof posthum Unrecht. Sie hat - um in seinem Beispiel zu bleiben - das Risiko ihres Schritts in den Untergrund für ihre Kinder erkannt und nach ihren Möglichkeiten versucht, sie aus der Schusslinie zu bringen. Dass das letztlich nicht geklappt hat, ist eine andere Frage - aber ihr Verhalten war etwas ganz anderes, als mit dem Zweijährigen im Rucksack auf eine Demo zu gehen und ihn dem Risiko von Tränengas und Polizeiknüppel auszusetzen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.08.2012 21:38 Uhr
Robert Hamacher

Klarer Fall von Desinformation


Der Vorkommentator hat alles Notwendige geschrieben.

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Christian Tauber

Schief gewickelt,

sind Sie da, lieber Herr Lauterbach. Sie brauchen die Meinhof nicht zur fürsorglichen Mutter hochzustilisieren - das war sie nicht. Ein kurzer Blick in Bettina Röhls Biographie hätte genügt, oder eben in Wikipedia, wenn Sie sich das Buch nicht kaufen oder ausleihen mögen. "Röhl wurde im Mai 1970 im Alter von sieben Jahren von RAF-Mitgliedern, die mit Meinhof befreundet waren, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Regine für vier Monate nach Sizilien entführt, um dem Vater, dem das vorläufige Sorgerecht zugesprochen worden war, die Kinder zu entziehen" - und das ist eher noch vorsichtig ausgedrückt. Meinhofs Verhalten ist also noch verwerflicher, als mit dem Zweijährigen zur Demo zu gehen!!!

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Reinhardt Gutsche

Keine anderen Sorgen?

Die Suppenhühner-Affäre führt natürlich zur Frage nach den eigentlichen Gründen des Konflikts und des Furors der Anti-Putin-Koalition. Die „Zeit“ ist diese Frage auf den Grund gegangen und fündig geworden: „Freiberufler und Kreative kollidieren mit den Verwaltungsbeamten, Mittelschicht und Arbeiterschaft geraten in Widersprüche. Viele, die sich unter Putin im vergangenen Jahrzehnt Bildung und Besitz erarbeitet haben, wenden sich nun gegen ihn: Sie wollen Respekt, Mitsprache und ehrliche Wahlen statt Scheindemokratie.“ („Die Zeit“, 05.03.2012) Nun wissen wir es also, für wen wir empört auf die Straße gehen und unsere Solidarität bekunden sollen: Es geht um den Respekt für die Moskauer Schicki-Micki-Yuppi-Schicht, sozusagen den Prenzlauer Berg Rußlands! In Athen, Madrid und Lissabon hätte man gern keine andere Sorgen als die Widersprüche zwischen nicht genügend respektvoll behandelten Freiberuflern und Kreativen auf der einen und dem Rest der Gesellschaft auf der anderen Seite...

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.08.2012 11:51 Uhr
Reinhardt Gutsche

„Barbarossa-Light“

Wie kommen Sie darauf, ich würde in meiner Glosse irgendwelchen „Gutmenschen“ huldigen (was immer das heißen möge)? Man sollte als Student schon in der Lage sein, ein Zitat (in diesem Falle aus der Hamburger „Zeit“) von der Autorenmeinung zu unterscheiden. Natürlich ist denen zustimmen, die diesen ganzen orchestrierten Propagandazirkus von Fox-News über „Figaro“ bis „Bild“ um die russische Opposition nicht ganz ernst nehmen können. Der Spaß hört allerdings spätestens in dem Moment auf, wo sich eine „Free Russian Army“ (FRA) konstituiert hat, in Warschau ein Koordinierungsbüro für die Implementierung einer vom „National Endowment for Democracy“ (NED ) und der Berliner „Stiftung Wissenschaft und Politik“ (SWP) verfaßten Transitions-Roadmap für den „Day After“ nach dem Regime-Change im Kreml aufgezogen ist und im UNO-Sicherheitsrat die Einrichtung einer Flugverbotszone von Petersburg bis Wladivostok gefordert wird. Als Codename für diese Operation böte sich „Barbarossa-Light“ an...

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Reinhardt Gutsche

„Barbarossa-Light“

Wie kommen Sie darauf, ich würde in meiner Glosse irgendwelchen „Gutmenschen“ huldigen (was immer das heißen möge)? Man sollte als Student schon in der Lage sein, ein Zitat (in diesem Falle aus der Hamburger „Zeit“) von der Autorenmeinung zu unterscheiden. Natürlich ist denen zustimmen, die diesen ganzen orchestrierten Propagandazirkus von Fox-News über „Figaro“ bis „Bild“ um die russische Opposition nicht ganz ernst nehmen können. Der Spaß hört allerdings spätestens in dem Moment auf, wo sich eine „Free Russian Army“ (FRA) konstituiert hat, in Warschau ein Koordinierungsbüro für die Implementierung einer vom „National Endowment for Democracy“ (NED ) und der Berliner „Stiftung Wissenschaft und Politik“ (SWP) verfaßten Transitions-Roadmap für den „Day After“ nach dem Regime-Change im Kreml aufgezogen ist und im UNO-Sicherheitsrat die Einrichtung einer Flugverbotszone von Petersburg bis Wladivostok gefordert wird. Als Codename für diese Operation böte sich „Barbarossa-Light“ an...

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Alexander Erbert

Aha...

Abramovich will ehrliche Wahlen? Sind Sie so der festen Überzeugung, dass es Gutmenschen sind, die Sie hier beschreiben.
Wer in Russland viel Geld und Macht hat, der ist von einem Gutmenschen soweit entfernt, wie Europa von der wirklichen Demokratie und die USA von einem säkulerem Staat.

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Reinhardt Gutsche

Die Suppenhühner-Affäre als Haupt- und Staatsaktion

„Die meisten oppositionell gesinnten und gut informierten Russen, und davon gibt es in Moskau Hunderttausende...“ Die aneinanderreihende Aufzählung der beiden Adjektiv-Konstruktionen impliziert mehrere mögliche Deutungen. Die erste: Alle oppositionell gesinnten Russen sind gut informiert, im Gegensatz zu den nichtoppositionell gesinnten, die allesamt schlecht informiert sind, was man allein daran sehen kann, dass sie nicht oppositionell sind. Die zweite: Neben oppositionell gesinnten gibt es auch noch gut informierte Russen, was einen sich ausschließenden Gegensatz postuliert, d.h. man ist entweder das eine oder das andere. Schließlich eine dritte: „Gut informiert zu sein“ und eine „oppositionellen Gesinnung“ müssen sich nicht zwangsläufig bedingen, d.h. Ignoranz ist durchaus auf beide Lager verteilt. Bei aller bemerkenswert differenzierten Sicht des Autors auf die Suppenhühner-Affäre wird er nicht über die Unterstellung beleidigt sein, er hänge der ersten Interpretation an.

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Walter Müller
Walter Müller (camier) - 28.08.2012 07:18 Uhr

Der RAF-Vergleich

Moritz Gathmanns absurder RAF-Vergleich wird durch die Leserbriefreaktionen überzeugend widerlegt: Denn genau die Leser, die am meisten über ihn empört sind - weil sie die RAF für eine üble Mörderbande halten - lassen gleichzeitig Symphatie für die Pussy Riots erkennen, deren Aktionen sie doch wohl eher unter legitimen Protest einordnen möchten. Dass ein und dieselbe Geisteshaltung sowohl tiefe Abscheu als auch klammheimliche Sympathie bei ein- und denselben Menschen hervorruft, ist doch wohl eher unwahrscheinlich.

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Robert Hamacher

Absurder Vergleich mit der "ersten RAF-Generation"

Ich schätze die juristische Methodik des "Audiatur et altera pars" auch in der journalistischen Betrachtung eines Sachverhalts. Gathmann entwertet aber seinen legitimen Ansatz völlig, indem er die russischen Aktionskünstler mit der "ersten RAF-Generation" vergleicht. Als einzigen Beleg führt er die Entführung (vom Vater Röhl weg) der Meinhof-Kinder nach Sizilien an. Das passende Gegenstück suche ich aber vergebens. Mir ist nicht bekannt, dass ein Mitglied der "ersten RAF-Generation" sich im Aktionskunstbereich, der Happening und Fluxusbewegung der 1960/70er getummelt hätte. Die Vorläufer der russischen Aktions-und Provokationskünstler ( meinetwegen auch "Künstler") sind bei H. Nitsch, Otto Muehl, O. Wiener & Co,. zu verorten, die sich schon längst "exhibitioniert" hatten, als Ensslin und ihr Lebensgefährte sich noch im Projekt der Werkausgabe eines BluBo-Literaten verfranzt hatten + U. Meinhof auf Cocktail-Parties herumgereicht wurde und in Ost-Berlin ein-und ausspazierte.

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Jan Grothe
Jan Grothe (jangrothe) - 27.08.2012 23:20 Uhr

Wenn schon Protest, dann bitteschön gesittet!

Der Artikel geht doch am Kern der Sache vorbei. Der Skandal ist doch nicht, dass Pussy Riot protestiert haben. Auch nicht dass sie verurteilt wurden. Sondern dass offensichtlich die Justiz in Russland ausführendes Organ der Herrschenden ist. Nicht unabhängig, sondern eben Lieferantin politisch gewünschter Urteilswünsche.

Auch fehlt dem Autor das Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge. Veränderungen gehen meist von einer kleinen Gruppe aus, die vielleicht wirre Gedankengebäude haben. Aber ein Gedanke ist darunter, der auch die Mehrheitsgesellschaft anspricht. Und der die Gesellschaft freier, besser macht. Von gesitteten und mehrheitsfähigen Protesten gehen so viele Impulse aus wie von McDonalds in die Kulinarik.

Schließlich sagt auch der persönliche Lebenswandel nichts über den Wert, die Relevanz oder die Wichtigkeit eines Kunstwerks aus.

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Thomas Gandow
Thomas Gandow (gandow) - 27.08.2012 21:37 Uhr

Aktionskunst

Der Vergleich mit der RAF selbst ist vielleicht überzogen; näher dran aber die damalige Szene, aus der erst die RAF erwuchs, also z.B. die Kommune I.
(Burn, warehouse, burn!, Puddingattentat etc.)
Kunzelmann oder wohl eher Langhans sagten damals zur politischen Motivation ihrer "Kunstaktionen" sinngemäß:
Mir gehts nicht um Vietnam, mir gehts um meine Orgasmusschwierigkeiten.
Pjotr Versilow drückte es so aus: „Eine Aktion ist ein totalitärer Orgasmus.“

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Jörg Neubauer
Jörg Neubauer (Island) - 27.08.2012 21:31 Uhr

Kompliment

Irgendwann dachte ich mir, jetzt sind alle verrückt geworden. Die Pussy Riot als Freiheitskämpfer und Angela Merkel für einme "Punkband". Wie ist es eigentlich gekommen, dass die Medien diese Gleichschaltung, diese Mainstreamisierung erfahren haben. Einzig die (konservative) FAZ - und, bitte kurz schlucken - die (marxistische) Tageszeitung junge welt scheinen den Auftrag zu ANALYSIEREN und HINTER die Fassaden zu schauen noch wahrzunehmen. Sonst nur noch Mittelmaß und Nachgeplapper. Danke für diesen Text. Was mir nicht gefällt, ist der RAF-Vergleich. Ich würde Pussy Riot ästhetisch vielmehr mit Otto Muehls AAO Kommune aus den Sechziger/Siebzigern vergleichen, wo die Kunst zur Sekte wurde und geregelte Penetrationspläne erstellt wurden. Ich glaube nicht, dass aus PR (Public Relation bzw. Pussy Riots) irgendwann Terroristen werden - sondern eher Stipendiaten bei irgendeiner Demokratie- und Kunststiftung zb. der Grünen, der CDU oder der SPD.

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Dounia Moon

Was mich an diesem Artikel in erster Linie stört, ist ...

... das respektlose Wort "Mädchen" im Anreißer. Das sind Frauen. "Unschuldig" sind sie auch nicht, weil sie diese wie wir hier ja nun groß und breit ("Sex im neunten Monat" - könnte auch in minderwertigen Blättern dieser Republik stehen) lesen können und uns auch bereits gedacht haben. Des Weiteren tun die "pornografischen" Histörchen der eine Frau dieser Gruppe auch nichts zur aktuellen Sache, sondern bedienen nur das reflexhafte Angewidertsein einiger Kommentatoren hier. Das alles hat nichts mit dem Auftritt in der Kirche und dem Strafmaß zu tun. Was völlig an den Haaren herbeigezogen und nicht nachvollziehbar ist, ist der Vergleich mit der RAF. Und die Bourgeousie klatscht brav zum Artikel.

Das liegt daran, weil es sich um Frauen handelt. Die müssen hübsch die Unschuld spielen und die Beine zusammen- und den Mund ganz halten.

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Emmanuel Declerq

Bravo!

Bravo FAZ, Bravo Herr Gathmann. Das ist Journalismus!!!

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Ingo Moldenhauer
Ingo Moldenhauer (IngoM) - 27.08.2012 20:42 Uhr

Bedenkliche Stimmungsmache und abstoßender RAF-Vergleich

Bei der Suppenhuhn-Aktion war keine der drei verurteilten Frauen dabei. Pussy Riot ist nicht gleich "Woina", die gewählte Überschrift ist schon deshalb sehr bedenklich.

Bei bei der Museumsaktion von Woina hat nur eine der Pussy-Riot-Frauen, N. Tolokonnikowa dabei. Nichtgestotrozt und nicht mal das damals erklärte Aktionsziel von Woina erwähnend (Kritik am "Tandem" Medwedew-Putin, der Ort, Zoomuseum und die Widmung "an den Teddybären" als Namensspiel zu Medwedews Nachnamen) ergiesst er sich an dem nach seiner Meinung geschacklosen Stil und projiziert von "Woina" 100%-ig auf Pussy Riot.

Im 2009er FAS-Artikel vom selben Autor, auf seiner HP als Pdf gelistet, schreibt er von der Kiewer Aktion, dass das besagte ukrainische Paar den Sexakt imitierte. In der aktuellen Version "hatte ein ukrainischer Blogger Geschlechtsverkehr"(echten also, na sowas).

Das hier ist keine objektive Berichtserstattung. Vielmehr hat der Autor ein Problem mit sexueller Thematik und bedient ähnl. Ressentements.

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Ludgar Mankowski

Auch ein Suppenhuhn muss vermarktet werden

Jetzt wäre es noch ganz interessant zu erfahren, was mit den Milliarden an GEZ-Gebühren bei ARD und ZDF so passiert. Diese publizierten im Internet eine "Übersetzung" des "Punk-Gebetes", welche an den entscheidenden Stellen aus dem russischen Slang sehr zweifelhafte Übersetzungsformen enthielt, welche milde gesagt, nicht dem Alltagsgebrauch und dem Sinn entsprechen. Diese Übersetzung wurde von zahlreichen Medien 1:1 und ohne weitere Gegenprüfung übernommen. Fachkräftemangel wohnin man schaut.

Interessanter Artikel dazu "Der Putin ist an allem schuld" unter telepolis.de

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